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Toleranz im Streifenwagen: Polizei stellt Entwicklungsprojekt vor

Münster - Wenn Polizeibeamte vergessen, in der Moschee ihre Schuhe auszuziehen, oder beim Verhör mit ausländischen Zeugen verzweifeln, weil sich die Diskussion im Kreis dreht, fehlt ihnen eins: das Verständnis und Wissen über fremde Kulturen -...

Donnerstag, 20.08.2009, 14:08 Uhr

Münster - Wenn Polizeibeamte vergessen, in der Moschee ihre Schuhe auszuziehen, oder beim Verhör mit ausländischen Zeugen verzweifeln, weil sich die Diskussion im Kreis dreht, fehlt ihnen eins: das Verständnis und Wissen über fremde Kulturen - interkulturelle Kompetenz.

Damit Polizeiarbeit professionell bleibt, kompetent mit kulturellen Unterschieden umgeht und sich selbst ethnischer Vielfalt öffnet, gibt es das Projekt „Interkulturelle Qualifizierung und Förderung kultureller Diversität in der Polizei NRW “. Prof. Dr. Rainer Leenen vom Forschungsschwerpunkt „Interkulturelle Kompetenz“ der Fachhochschule Köln stellte das Projekt am Mittwoch im Polizeiausbildungszentrum an der Weseler Straße vor.

„Polizeiarbeit ist Teamarbeit und fordert bürgerorientiertes Handeln“, so Dieter Schmidt, Direktor des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW. Das bedeute, man müsse sich auf sein Gegenüber einstellen, und auch im Umgang untereinander Achtung, Würde und Respekt zollen.

Menschen unterschiedlicher Herkunft blicken auf unterschiedliche Erfahrungshintergründe zurück. „Kommunikation ist unser Einsatzmittel, aber auch Quelle von Konflikten“, erklärt Polizeidirektor Uwe-Ulrich Gebranzig. „Hier wollen wir Ängste und Unsicherheiten abbauen.“

Mit einem Angebot von unterschiedlichen Seminaren sollen Polizeimitarbeiter und Führungskräfte handlungsorientiert geschult werden. Themen sind zum Beispiel „Grundwissen Islam“, „Extremismus rechts/ links“ oder „Spannungsfeld Aus- und Übersiedler“. „Wir setzen bei den Erfahrungen der Teilnehmer an“, so Leenen. Ausgehend von eigenen kulturellen Vorstellungen, versuche man, Handlungskompetenzen zu entwickeln.

Im Hinblick auf den demografischen Wandel hin zu „Multi-Kulti“ hat sich die Polizei NRW ein weiteres Ziel gesteckt: „Wünschenswert wäre, in den nächsten zehn Jahren den Anteil der Polizeikommissare mit Migrationshintergrund auf zehn Prozent zu erhöhen“, so Dr. Michael Heister vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Im Zuge des Projekts, das bis 2012 läuft, werden Workshops entwickelt, Filmmaterialien produziert, sowie weitere Seminare durchgeführt. „Es ist eine Daueraufgabe zu sensibilisieren und Vorurteile zu lösen“, sagt Gebranzig.

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