Hochschule Münster
Philosophie behält nur die Fassade

Münster - Stattliche 500 Millionen Euro - so hoch hat die Universität Münster ihren Sanierungsstau berechnet. Aus dem Hochschul-Modernisierungsprogramm des Landes hatte die WWU deshalb 331 Millionen Euro beantragt...

Montag, 21.09.2009, 22:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 21.09.2009, 22:00 Uhr

Münster - Stattliche 500 Millionen Euro - so hoch hat die Universität Münster ihren Sanierungsstau berechnet. Aus dem Hochschul-Modernisierungsprogramm des Landes hatte die WWU deshalb 331 Millionen Euro beantragt. Ein Drittel dieser Summe, nämlich 109 Millionen Euro, erhält die Uni Münster nun tatsächlich vom Land. Die Fachhochschule Münster bekommt knapp 39 Millionen Euro. Die Spitzen beider Hochschulen unterzeichneten gestern in Bielefeld gemeinsam mit Innovationsminister Andreas Pinkwart und NRW-Finanzminister Helmut Linsen eine entsprechende Vereinbarung. An der Universität Bielefeld wurden die Vereinbarungen für alle Hochschulen im westfälischen Landesteil unterschrieben.

Dass das Geld für die Sanierung des alten Hörsaals S 10 im Schloss und für den Neubau des geowissenschaftlichen Institut zur Verfügung gestellt wird, war bereits verabredet. Gestern wurde bekannt, dass aus dem 109-Millionen-Topf auch das komplette philosophische Seminar am Domplatz 23 neu gebaut wird. Erhalten bleibt hier nur die historische Fassade neben dem Fürstenberghaus.

Zuvor baut die Uni einen Ersatzbau für die Geisteswissenschaften hinter dem Institut für Kommunikationswissenschaften am Bispinghof. Dort werden auch die Dozenten und Studierenden des Philosophischen Seminars eine vorübergehende Heimat finden, so ein Unisprecher. Der Ersatzbau soll ab Ende März 2012 entstehen, der Abriss und Neubau des philosophischen Seminars wird voraussichtlich im Frühjahr 2014 beginnen.

Das größte Stück vom 109-Millionen-Kuchen kommt dem Fachbereich Chemie zu Gute. Der Ersatzneubau der Organischen Chemie soll im Frühjahr 2012 beginnen und 32 Millionen Euro kosten.

Die Sanierung des alten Hörsaals im Schloss ist mit voraussichtlich 220 000 Euro die preiswerteste Maßnahme.

Als dringlichstes Projekt sieht die Universität den Neubau der geowissenschaftlichen Institute an der Corrensstraße in Nachbarschaft zum Technologiehof. Die wegen Schadstoffbelastung der alten Gebäude an der Robert-Koch-Straße notwendig gewordene Maßnahme für rund 17 Millionen Euro soll im Frühjahr 2011 beginnen und zwei Jahre dauern.

Gebaut wird auch rund um das Schloss: Die Biochemiker am Schlossplatz 7 erhalten ein neues Gebäude, das Botanische Institut am Schlossplatz 4 soll saniert werden. Mit dem Mitteln aus dem Hochschulmodernisierungsprogramm wird auch der Seminartrakt der ehemaligen LVA am Bispinghof erneuert.

„Auch wenn wir uns durchaus mehr finanzielle Unterstützung erhofft hatten, freuen wir uns natürlich über die 109 Millionen“, kommentierte Rektorin Nelles. „Wir haben mit dem Land ausschließlich Maßnahmen vereinbart, die unmittelbar die baulichen Rahmenbedingungen in den Bereichen Forschung und Lehre verbessern.“

Die FH Münster investiert die 39 Millionen Euro in die Sanierung des FH-Zentrums an der Corrensstraße und auf dem Steinfurter Campus.

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