Nachrichten Münster
Nachwuchs im Allwetterzoo: Das dritte Nashorn-Baby überlebt

Sonntag, 20.09.2009, 20:09 Uhr

Münster - Nervosität im Nashorngehege . Emmi, die schwergewichtige Nashorndame aus dem münsterischen Allwetterzoo , sollte am Sonntagmorgen ihr drittes Baby zur Welt bringen. Ihre beiden Erstgeborenen hatte sie nach der Geburt so schwer verletzt, dass sie starben.

Pflegerin Manuela Hofmann und Revierleiter Michael Adler waren deshalb gewarnt: Kurz vor zwölf Uhr kam Emmis drittes Kalb zur Welt. Aber diesmal gelang es den Zoomitarbeitern, Mutter und Junges rechtzeitig zu trennen. Sie lockten die nervös und aggressiv wirkende Nashornkuh ins Nachbargehege.

Ihr Baby überlebte: 50 Kilogramm wiegt der mächtig dicke Wonneproppen, der noch unsicher auf seinen Beinen steht.

Das namenlose Nashornbaby ist eine Madame. „Mädchen“, freut sich Zoodirektor Jörg Adler, „sind wichtiger als Bullen.“ In der Zucht kommen auf einen männlichen Dickhäuter fünf Nashornkühe.

Nach den vorangegangenen verunglückten Geburten Emmis hatte sich Zoodirektor Jörg Adler manche Kritik eingeheimst: „Eine Menge wohlmeinende Hinweise aus der Bevölkerung.“ Aber es sei nicht einfach, nach einer Geburt im Nashorngehege eingreifen zu wollen, zu gefährlich können die kräftigen Tiere sein.

Auch diesmal war Emmi direkt nach der Geburt „hochnervös“. Sie presste ihr Baby gegen eine Absperrung, die allerdings dick mit Stroh ausgepolstert war. Das Nashornkalb trug nur einige äußere Verletzungen davon, so Adler. Nun kann es erst einmal von den Zoomitarbeitern mit der Flasche großgezogen werden.

In der Natur sei es höchst unwahrscheinlich, gibt Zoodirektor Adler zu, dass eine Nashornmutter nacheinander zwei ihrer Jungen schwer verletzt. „Trotzdem stehe ich zu der Zucht in unseren Zoos - denn die dient auch dem Artenschutz.“

Langfristig wird Emmis Junges den münsterischen Allwetterzoo verlassen müssen, in dem bisher drei Nashörner gehalten werden, zwei Kühe und ein Bulle. Mit dem Auszug in fünf Jahren will man Inzucht vermeiden. Eine europäische Kommission bestimmt über die Zucht der Tiere in Gefangenschaft.

Vor geraumer Zeit war der Versuch gescheitert, eine Nashornkuh aus den Niederlanden in Münster heimisch zu machen. Es gab zuviel Stress im Gehege, nach einigen Wochen wurde sie wieder zurück geschickt. Auch Emmis Baby wird, wenn es eine gewisse Größe erreicht hat, vorübergehend mit ihren Artgenossen zusammen leben. „Das wird noch einmal eine schwierige Geschichte“, sagt Adler.

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