Nachrichten Münster
St.-Mauritz-Kirche: Schlichtheit wirken lassen

Mittwoch, 09.09.2009, 23:09 Uhr

Münster - Vorsicht, nicht über die Kabel stolpern. Aufpassen , da stehen große Farbeimer. Und der Boden, der ist übersät mit typischen Baustellen-Utensilien. Aber typisch ist eben diese Baustelle keineswegs: Begucken, bestaunen, betrachten - das ist hier ausdrücklich erwünscht.

Denn das, was im Innern von St. Mauritz geschieht, das liegt nicht nur Pfarrer Hans-Ulrich Willms am Herzen. Es begeistert und fasziniert eine ganze Gemeinde. Die Renovierung des fast 1000 Jahre alten Gotteshauses, so berichtet der Seelsorger, schweiße die 5000 Menschen noch enger zusammen. Kein Tag, an dem Gläubige nicht durch das Gitter der Erpho-Kapelle spähen, um den Ablauf der Arbeiten hautnah zu erleben. Und was den Pfarrer besonders freut: „Wir liegen super im Zeitplan.“

Und das bedeutet konkret: Der Einweihung des sanierten und in neuem Glanz erstrahlenden Kirchenschiffs - geplant für den ersten Adventssonntag um 10.30 Uhr mit einem Eröffnungsgottesdienst - steht wohl nichts mehr im Wege. Im Gegenteil: Weil alles so passgenau ineinandergreift, sollen die Kirchenpforten schon vorher offen stehen. „Ohne Bänke, nur den neu gestalteten Raum auf sich wirken lassen.

Die Farben, die gestalterischen Elemente, die neue Ausstrahlung“, betont Pfarrer Willms. Dabei werde sicherlich auch den Gläubigen noch mal deutlich, „wie wenig man in der Kirche wirklich braucht“. Verzicht auf den Schnickschnack: „Die Kirche wirkt doch an sich und für sich.“ Diese Rückbesinnung auf Schlichtheit , auf dezente Zurückhaltung, das ist dem Geistlichen ein tiefes Herzensanliegen. „Wir werden viel intensiver wieder wahrnehmen, was diese Kirche uns zu geben hat. 1000 Jahre Gebet, 1000 Jahre Freud und Leid. Und die dabei allgegenwärtige heutige Freude über unsere die neue, alte Kirche“, schwärmt Willms.

Wie sehr die Gemeinde dieses Projekt mittrage, das zeige sich ideell, aber auch finanziell: „Von rund 120.000 Euro, die wir aus Spenden bestreiten, haben wir seit November rund 85.000 Euro zusammengetragen“, berichtet Pfarrer Willms stolz. Insgesamt sei das Projekt, das unter dem Leitgedanken „Sehen - Hören - Erleben“ steht, mit knapp 330.000 Euro veranschlagt.

Das Pfarrfest am Sonntag bietet der Gemeinde wieder Gelegenheit zum geselligen, lebendigen Miteinander, zum Austausch, zum Gespräch - und sicher auch zu einem Blick in den Innenraum von St. Mauritz.

Und auch ein anderes Projekt wirft buchstäblich seine Schatten voraus: Der „Lichterweg“, der am 25. September den Prozessionsweg auf seiner gesamten Länge von 895 Metern erstrahlen lässt. Die ganze Stadt, so betonen Helga Stolze (Initiative Prozessionsweg St. Mauritz) und Pfarrer Willms, ssei zu diesem Ereignis eingeladen: „Flanieren zwischen tausend Lichtern und Musikklängen“.

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