Hochschule Münster
Wettlauf um Professoren: Uni Münster beklagt Abwerbeversuche

Dienstag, 03.11.2009, 11:11 Uhr

Münster - Universitätsrektorin Ursula Nelles ist in letzter Zeit nicht sehr gut auf die Ludwig-Maximillians-Universität ( LMU ) in München zu sprechen. Die LMU spielt als Hochschule in einer ähnlichen Liga wie der Münchener FC Bayern: Vielversprechende Wissenschaftler an anderen Hochschulen werden von der Eliteunui gern abgeworben. Es treffe wiederholt die WWU, berichte Nelles neulich im Senat - und dachte laut darüber nach, ob die WWU mit neu berufenen Professoren nicht eine Mindestvertragslaufzeit vereinbaren solle.

Besonders ärgerlich sind solche Weggänge, wenn die WWU den Betreffenden zuvor teure Forschungseinrichtungen zur Verfügung gestellt hat - oft Bedingung, damit ein Wissenschaftler überhaupt komme, bestätigt Prorektorin Dr. Marianne Ravenstein . Der Evolutionsbiologe Prof. Thorsten Reusch war so ein Fall: Für seine Forschungen baute die Uni für mehrere Millionen Euro das Institut an der Hüfferstraße um. Noch bevor die Anlage fertig war, zog Reusch zwar nicht an die LMU, aber nach Kiel ans Leibniz-Institut für Meereswissenschaften.

Viele entschließen sich aber auch zum Bleiben - wobei die WWU bei den Verhandlungen in aller Regel mit attraktiven Angeboten nachhelfen muss. Die Germanistin Prof. Susanne Günthner war lange hin- und hergerissen, ob sie den Ruf nach München annehmen solle, erzählt die Sprachforscherin. Es lockten nicht nur die Eliteuni in München, sondern auch die Alpen, Italien. Aber die gute Atmosphäre am Institut und das Bleibeangebot waren besser, sagt Günthner, die an der WWU nun im Zentrum für gesprochene Sprache ein Forschungslabor weiter betreiben kann.

Auch der Islamwissenschaftler Prof. Thomas Bauer gehört zu denen, die von der LMU gerufen wurden - und nicht folgten. Die Arbeit im neuen Exzellenzcluster „Religion und Politik“ an der WWU war „letztlich reizvoller als das eher traditionelle Konzept der Münchener“, sagt Bauer.

Mit der Nanophysikerin Luisa de Cola, gebürtig aus Sizilien, und dem Mathematiker und Leibniz-Preisträger Wolfgang Lück drohten der WWU zwei weitere wissenschaftliche Schwergewichte abhanden zu kommen. Auch sie konnten zum Bleiben überredet werden.

„Wir müssen immer häufiger Bleibeverhandlungen führen“, resümiert Prorektorin Ravenstein, und sieht dies als „deutliches Zeichen für die wachsende Konkurrenz unter den Hochschulen um Spitzenwissenschaftler“. Gesetzliche Grenzen für das Gehalt eines Professors, wie sie früher galten, gibt es nicht mehr: „Wenn wir jemanden halten wollen, müssen wir etwas bieten“, erklärt Ravenstein. Gehälter wie in Harvard seien an der WWU zwar nicht drin - „aber mit anderen Spitzenuniversitäten halten wir mit - auch international.“

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