Nachrichten Münster
Angehörige aus Münster bangen um vermisste 18-Jährige

Montag, 16.11.2009, 21:11 Uhr

Münster / Straßburg - Sie ist eine junge Französin und seit dem 8. November in Straßburg verschwunden. Myriam Caseiro (18) ging gegen Mitternacht nur kurz vor die Tür, offenbar noch im Jogginganzug . Danach verliert sich ihre Spur.

„Die französischen Medien berichten groß über diesen Fall“, sagt ihr Onkel Martin Lohoff . Der Münsteraner bangt mit seiner ganzen Familie um seine Nichte. Denn Myriams Mutter, Kirsten Lohoff (38), stammt aus der Westfalenmetropole.

In Münster leben noch Myriams Großeltern Heinrich und Karin Lohoff, ihre Tante Petra und ihr Onkel Martin. „Drei, vier Mal im Jahr kam sie zu Besuch“, berichtet ihr Onkel. Ein lebenslustiges Mädchen, 1,70 groß, schlang, braune Haare. Und nun hoffen die Verwandten verzweifelt auf ein Lebenszeichen aus Straßburg.

Es ist auch eine Geschichte aus dem vereinen Europa. Myriams Mutter hatte in Münster Krankenschwester gelernt, dann war sie vor 20 Jahren nach Paris gegangen. Dort lernte sie ihren Mann Caseiro kennen. „Myriam ist in Frankreich halt ein Kind mit Migrationshintergrund“, sagt Martin Lohoff.

Offenbar hat es deswegen nach den ersten Artikeln über das Verschwinden der 18-Jährigen auch gehässige Briefe gegeben. Von „Schlampe“ sei da geschrieben worden. Die rechte Szene in Frankreich ist durchaus ebenso aggressiv wie in Deutschland.

Am Sonntag, dem 8. November, war Myriam Caseiro spätabends von ihrem Freund nach Hause gebracht worden. Weil sie offenbar nicht schlafen konnte, hatte sie das Haus gegen Mitternacht verlassen. Ihre Mutter schlief bereits, konnte nur ein Türenklappern erinnern.

Inzwischen liegen Zeugenaussagen vor, nach denen Myriam zuletzt mit einem unbekannten Mann gesehen worden sei. Er habe einen schwarzen Mantel getragen.

Meldungen, die die münsterischen Verwandten beunruhigen. Ihr Onkel, IT-Techniker bei Wyeth-Pharma, hat eine eigene Homepage für Myriam ins Netz gestellt und steht im ständigen Kontakt zu seiner Schwester, die in Straßburg Handzettel verteilt.

Ihre Schwester Petra Lohhoff ist ebenfalls von Münster nach Frankreich gefahren, um sie zu unterstützen.

Die Polizei in Münster ist auf den Fall aufmerksam geworden, sie hat die Verwandten in Münster befragt. „Allerdings erfolglos, wir suchen hier nicht weiter“, sagt Polizeisprecher Klaus Laackman.

Jetzt hofft Martin Lohoff nur darauf, dass seine Aufrufe in Zeitungen und im Internet dazu führen, dass seine Nichte doch noch gefunden wird. Myriam Caseiro sei immer unauffällig gewesen. Handy und Geld hatte sie zuhause gelassen, als rausging. Die Unruhe wächst von Tag zu Tag.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/316730?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F597181%2F696360%2F
Nachrichten-Ticker