Nachrichten Münster
Grenzübergreifend: Projekt gegen Krankenhauskeime startet

Münster - Im Kampf gegen den gefährlichen Krankenhaus- Keim MRSA wollen Kliniken auf beiden Seiten der deutsch- nieder-ländischen Grenze zusammenarbeiten. Das von der EU mit 8,1 Millionen Euro geförderte Netzwerk für Patientensicherheit und Infektionsschutz läuft entlang der kompletten Grenzlinie zwischen Emden in Niedersachsen und Aachen. Am 19. November beginnt das fünf Jahre...

Sonntag, 01.11.2009, 15:11 Uhr

Münster - Im Kampf gegen den gefährlichen Krankenhaus- Keim MRSA wollen Kliniken auf beiden Seiten der deutsch- nieder-ländischen Grenze zusammenarbeiten. Das von der EU mit 8,1 Millionen Euro geförderte Netzwerk für Patientensicherheit und Infektionsschutz läuft entlang der kompletten Grenzlinie zwischen Emden in Niedersachsen und Aachen.

Am 19. November beginnt das fünf Jahre dauernde Vorhaben im niederländischen Enschede, die Federführung liegt bei der Universität Münster.„Beteiligt sind unter anderem Krankenhäuser, Arztpraxen, Gesundheitsämter, Labore und die Patienten“, sagte Alex Friedrich, Facharzt für Mikrobiologie und Oberarzt für Hygiene an der Universitätsklinik in Münster, der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Bislang hätten sich mehr als 100 Institutionen gemeldet. Der Fachmann für Hygienemedizin berichtete von einem großen internationalen Interesse für das Vorhaben: „Letztendlich kann hier an der Grenze Europa täglich gelebt werden.“

Das „EurSafety Health-net“ zählt zu den teuersten EU-geförderten grenzüberschreitenden Projekten zwischen beiden Ländern. Es soll über die Grenze hinweg die Zusammenarbeit zum Schutz der Menschen vor Gefahren wie etwa der Schweinegrippe verstärken, aber auch Infektionen vermeiden, denen Patienten behandlungsbedingt ausgesetzt sind. MRSA sind Hautkeime, die einem Gesunden in der Regel nichts anhaben können, aber nach einer Operation unter Umständen gefährliche Infektionen auslösen.

„Die Niederlande haben eine bis zu 20-fach niedrigere MRSA-Rate“, sagte der Koordinator des Gesundheitsprojekts. Als Grund nennen Fachleute unter anderem das zentrale Gesundheitswesen im Nachbarland mit einer überall gültigen Strategie im Umgang mit MRSA- Risikopatienten. Für Deutsche aus dem Grenzgebiet hat das radikale Folgen: Bei einer stationären Aufnahme in ein niederländisches Krankenhaus kommen sie automatisch für 48 Stunden in Quarantäne.

Bereits von 2005 bis 2008 hatte ein Projekt in kleinerem Stil in der Region Twente und im Münsterland deutliche Erfolge im Kampf gegen MRSA erzielt. Hier waren auf deutscher Seite auch 40 Krankenhäuser beteiligt. Dabei wurden unter anderem innerhalb eines Monats 30 000 Menschen auf MRSA getestet und auf deutscher Seite 375 Träger gefunden, in den Niederlanden waren es nur fünf. Bei kontrollierter Einhaltung der Standards erhalten Krankenhäuser ein Qualitätssiegel.

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