Nachrichten Münster
Die vergessene Observantenkirche

Dienstag, 15.12.2009, 03:12 Uhr

Münster - Die Evangelische Universitätskirche ? Stephan Heuschen , der Pressesprecher des Bauministeriums in Düsseldorf , winkt ab: „Wir sind nicht zuständig.“ Etwas Ähnliches soll der Baudezernent der Universität auch zu hören bekommen haben, als er sich vor einiger Zeit beim Wissenschaftsministerium nach der Kirche erkundigte. Und der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes? Der hat zwar 2001 die Immobilien der Universität übernommen - aber die Universitätskirche gerade eben nicht. . .

Wem also gehört die Evangelische Universitätskirche? Eine Frage, die schon deshalb auf den Nägeln brennt, weil das Gebäude natürlich instand gehalten werden muss - da stellt sich die Frage, wer die Zeche zahlt. Die Universität, das betont ihr Sprecher Norbert Robers , legt großen Wert auf das schmucke Gebäude an der Schlaunstraße: Hier finden zahlreiche Gottesdienste nicht nur der Evangelischen Studierendengemeinde statt, hier erklingen regelmäßig die „Observantenkonzerte“.

Die Katholische Universitätskirche, die Dominikanerkirche an der Salzstraße, gehört der Stadt; ihr evangelisches Pendant aber ist über die alten Preußen direkt ans Bundesland NRW gekommen. Sie unterstand bis 2001 der Universität, also dem Wissenschaftsministerium. Damals sollen landesweit 15 ähnliche Kirchen in die Obhut des Bauministeriums in Düsseldorf geraten sein. Dabei wurde die münsterische Uni-Kirche offenbar vergessen.

Es läuft wohl doch aufs Bauministerium hinaus - das würde dann den Job wohl an die Bezirksregierung weitergeben. Aber die Landesmühlen mahlen langsam: „Es gab da mal eine Anfrage“, sagt Stephan Heuschen, „aber wir haben die Kirche noch nicht übernommen.“ Der eine fühlt sich nicht mehr zuständig, der andere noch nicht. Mit der Folge, dass für die Instandhaltung zumindest im kommenden Jahr nirgendwo Geld zurückgelegt wurde. Die Universität fürchtet nun einen „kleinen Sanierungsstau“, falls sich die Zuständigkeiten nicht bald klären. Norbert Robers spricht von „ein paar Ecken und Stellen im Dach“, die gemacht werden müssten.

Der Name „Observantenkirche“ stammt übrigens von der Observantenbewegung des 14. Jahrhunderts. Das waren Franziskaner, die es mit ihren Regeln ganz besonders genau nahmen. Vorbildlich. . .

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/445588?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F597181%2F696359%2F
Tierisches Vergnügen beim Dschungelbuch-Musical
Halle Münsterland: Tierisches Vergnügen beim Dschungelbuch-Musical
Nachrichten-Ticker