Nachrichten Münster
Slalom fahren vor dem Bahnhof

Donnerstag, 03.12.2009, 10:12 Uhr

Münster - Fünf Minuten nach Beginn des Termins gibt es kein Halten mehr. „Manchmal ist es so eng, dass ich die Fahrräder umkippen muss, um überhaupt weiterzukommen“, klagt die Sehbehinderte Annette Göbel, aktiv in der Behinderten-Kommission.

Ihre Kollegin Lisa Wibben , die im Rollstuhl sitzt, muss „ Slalom fahren“, um zum Bahnhof zu gelangen, für Melanie Buck neben ihr ist es der „absolute Horror“, sich inmitten der Leezen-Berge einen Weg zu suchen.

Ortstermin Bahnhofsvorplatz: Auf Einladung unserer Zeitung demonstrieren Vertreter der Behindertenverbände, wie mühsam es für sie ist, sich im Bahnhofsbereich zu bewegen. Marianne Koch, Vorsitzende der Behinderten-Kommission, hat nachgezählt, dass zu diesem Zeitpunkt 83 wild abgestellte Fahrräder an den Seitenscheiben der Radstation stehen, über 200 sind es südlich des Nebeneingangs der Radstation.

An diesem neuralgischen Punkt gibt es für „Testfahrerin“ Melanie Buck kaum ein Vorankommen. Zwischen den Rädern und parkenden Autos bleiben ihr wenige Zentimeter, im Minutentakt passieren Dutzende Fahrgäste auf dem Weg von den Bushaltestellen zum Bahnhofsgebäude dieses Nadelöhr.

Wenige Meter entfernt stößt der Sehbehinderte Achim Töns buchstäblich an seine Grenzen. Beim Gang entlang der Radstation in Richtung Bahnhofspost verheddert er sich immer wieder zwischen Speichen und Lenkern, Rollstuhlfahrerin Lisa Wibben muss sogar auf die viel befahrene Bahnhofsvorfahrt ausweichen, weil auf dem zugeparkten Bürgersteig kein Platz ist.

„Rund um den Bahnhof muss sich dringend was tun“, kündigt Koch einen parteiübergreifenden Vorstoß im Rat an. Das Ziel: Die Stadt soll härter gegen wild parkende Räder vorgehen, zugleich soll es 1000 neue Radständer geben.

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