Nachrichten Münster
300.000 Euro für eine Fischtreppe

Freitag, 15.01.2010, 10:01 Uhr

Münster - Zwei seit fast 90 Jahren getrennte Ökosysteme sollen in diesem Sommer wieder zusammengeführt werden. 300 000 Euro will die Stadt am Aa-Wehr an der Badestraße investieren, damit Fische und Mikroorganismen wieder ungehindert zwischen Aasee und Aa hin- und herschwimmen können. Damit würde eine Verbindung reaktiviert, die seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts unterbrochen war, betont das Tiefbauamt. 80 Prozent der Baukosten werde das Land übernehmen.

Zweifel, ob die Maßnahme gerechtfertigt ist, hat man bei der Behörde offenbar nicht - im Gegenteil. „Die Maßnahme ist mit dem Landesamt für Fischerei und der Bezirksregierung abgestimmt worden, beide Behörden haben ihre Wichtigkeit unterstrichen“, so Berthold Reloe , Fachstellenleiter im Tiefbauamt. „Sind die Bauarbeiten erst einmal abgeschlossen, werden alle Münsteraner von den Ergebnissen profitieren.“

Reloe rechnet damit, dass der Fisch-Reichtum im Aasee zunehmen wird, da Fische - wie Blaufedern und Zander -, die bislang am Wehr an der Badestraße kehrt machen mussten, künftig wieder flussaufwärts in ihre angestammten Laichgebiete gelangen könnten: „Der Aasee wird damit kein isolierter Lebensraum mehr sein - sondern, wie die Aa auch, ein intaktes Ökosystem.“

Mit der Errichtung des Fisch- und Organismenaufstieges („ Fischtreppe “) wird ein zentrales Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt, die die Durchgängigkeit von Gewässern vorsieht. Baubeginn soll im Sommer sein, das Tiefbauamt rechnet mit einer Bauzeit von vier Monaten.

Die Fischtreppe ist nur eine Maßnahme im Rahmen einer umfassenden Aufwertung der Aa. Voraussichtlich im kommenden Jahr soll der Bereich zwischen Sentruper Straße und Modersohnbrücke ökologisch verbessert werden. Zudem ist geplant, im gesamten Stadtgebiet die massiven Sohlen- und Uferbefestigungen aus Beton teilweise sowie die Innenstadtwehre komplett zu entfernen. Ein „sehr aufwendiges und teures Projekt“, wie Reloe betont. Es soll daher erst mittel- oder langfristig umgesetzt werden. Allein die Entfernung der massiven Betoneinfassung werde nicht nur viel Zeit, sondern intensive logistische Vorplanungen erfordern. Die Stadt hofft hier auf weitere Zuschüsse vom Land, ob und in welchem Umfang sie fließen werden, ist derzeit noch unklar.

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