Nachrichten Münster
Alles unter einem Dach

Sonntag, 24.01.2010, 15:01 Uhr

Münster - Der Bedarf ist groß: Rund 200 Klienten für ambulantes betreutes Wohnen hat der Wohnverbund des Landschaftsverbands LWL in Münster, und viele von ihnen könnten eine intensivere Hilfe gut gebrauchen. Für sechs Klienten gibt es jetzt immerhin ein neues Angebot, das in seiner Art nicht nur in Münster einzigartig sein soll - das Projekt Hafenstraße 21.

Auf den ersten Blick: ein unscheinbares Haus zwischen Ludgeriplatz und Von-Steuben-Straße . Unten war mal eine Kneipe. Dieser Bereich wurde mit Theke und schönen Möbeln umgebaut und heißt nun „Café 21“ - was man tunlichst nicht mit dem „Gleis 22“ verwechseln sollte, das liegt quasi gegenüber. Im ersten Stock sind Büros für die Mitarbeiter des betreuten Wohnens untergebracht - und darüber gibt es Wohnungen. Dort leben in zwei Wohngemeinschaften sechs Menschen mit einer psychischen Behinderung oder einer chronischen Abhängigkeitserkrankung.

Diese sechs Klienten wohnen nun einerseits einigermaßen selbstständig, haben aber andererseits Ansprechpartner in unmittelbarer Nähe, zur Not mittels Rufbereitschaft rund um die Uhr. So können auch Menschen mit großem Hilfebedarf selbstbestimmt leben. Freilich nicht auf Dauer: Die Unterbringung in einer solchen Wohnung soll zeitlich begrenzt sein, bis die Bewohner auf eigenen Füßen stehen. Ilona Zygowski , Heimleitung der LWL-Wohnverbünde in Münster und Lengerich, nennt einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren als Richtwert. Als stationäre Einrichtung verstehe sich das Haus auf keinen Fall, betont sie.

Doch an der Hafenstraße 21 gibt es nicht nur betreutes Wohnen, sondern zugleich Arbeitsplätze und Freizeitangebote unter einem Dach. Im „Café 21“ gibt es genug zu tun: Küche, Einkauf, Hauswirtschaft. Auch der große Garten will in Schuss gebracht werden. Und schließlich ist das Café eine Anlaufstelle für alle Klienten des Wohnverbunds. Ideal schon wegen der zentralen Lage.

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