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Religionen: Immer weniger Toleranz untereinander

Münster - Religionen schotten sich nach Ansicht des Theologen Hans-Peter Großhans zunehmend voneinander ab. Es gehe nicht nur um Toleranz, sondern darum, abweichende Einstellungen und Lebensweisen anzuerkennen, sagte der Direktor des evangelischen Instituts an der Westfälischen Wilhelms-Universität am Montag in Münster. Der „populäre Ruf nach Toleranz“ reiche nicht aus...

Montag, 18.01.2010, 15:01 Uhr

Münster - Religionen schotten sich nach Ansicht des Theologen Hans-Peter Großhans zunehmend voneinander ab. Es gehe nicht nur um Toleranz , sondern darum, abweichende Einstellungen und Lebensweisen anzuerkennen, sagte der Direktor des evangelischen Instituts an der Westfälischen Wilhelms-Universität am Montag in Münster.

Der „populäre Ruf nach Toleranz“ reiche nicht aus, um die wachsende Distanz zwischen Kirchen und Religionsgemeinschaften zu überbrücken. Auch in religiösen Fragen müsse der Streit über unterschiedliche Positionen erlaubt sein. Großhaus kritisierte: „Im neuzeitlichen Bewusstsein kann man über alles offen reden. Nur im Bereich der Religionen geht gar nichts. Man tauscht sich nicht aus.“

Großhans sprach von den „Tücken der Toleranz“. Als Beispiel nannte er das Verhältnis von Christentum und Islam in Deutschland . „Wenn die deutsche Gesellschaft die Muslime toleriert, hat das noch nichts mit Gleichberechtigung zu tun.“ Die Politik schaffe immer wieder neue Ausnahmeregeln für die moslemische Minderheit, statt sie, wie alle anderen, in Gesetze einzubinden.

Auch außerhalb Deutschlands nimmt laut Großhans die Distanz zu: Etwa unter Orthodoxen, Katholiken und Protestanten in Europa. Beispiele seien auch der Graben zwischen Buddhisten und Katholiken im südostasiatischen Land Myanmar, dem ehemaligen Birma, und die Beziehung von Lutheranern und Moslems in Indonesien.

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