Nachrichten Münster
Schnee lässt Winter-Camper kalt

Samstag, 09.01.2010, 16:01 Uhr

Münster - In diesen Tagen träumen viele Menschen sicherlich von einem Urlaub - in wärmeren Gefilden. Auf die Idee, beim derzeitigen Winterwetter in Deutschland zu campen, würden die meisten wohl nicht kommen. Nicht so Günter und Ursula Schwirten , sie gehören zu den hartgesottenen Gästen auf dem Campingplatz an der Werse in Münster, die Schnee und arktische Temperaturen völlig kalt lassen.

„Das stört uns gar nicht - ganz im Gegenteil: Das hat einen besonderen Reiz, und es sieht hier doch aus wie im Bilderbuch. Gegen ein Hotel wollen wir das nicht tauschen“, schwärmen die beiden Rentner aus Overath, die rund 150 Tage pro Jahr mit ihren Wohnmobil durchs Land reisen, von der weißen Landschaft.

Seit Sonntag harrt zwar nur noch eine Handvoll Gäste auf dem Platz an der Werse aus. „Doch alleine über Silvester hatten wir hier - abgesehen von den Dauerstellplätzen - 32 Wohnwagen und Wohnmobile“, berichtet Inhaber Bernhard Kampert, bei dem der Dezember als Hochsaison gilt. An mehr Schnee auf seiner Anlage in den vergangenen 22 Jahren seit der Eröffnung als diesmal kann er sich nicht erinnern. Kampert: „Spätestens nach drei Tagen ist hier doch normalerweise alles weggeschmolzen.“

Vom diesmal für Münster ungewöhnlich harten Winter sind deshalb zwar fast alle Camper überrascht worden. „Aber niemand ist vorzeitig abgehauen. Und wir sind auf so etwas ja immer vorbereitet“, meint Günter Schwirten, dessen Wohnmobil bestens isoliert und wintertauglich ausgerüstet ist. Frieren müssen er und seine Frau trotz Frost jedenfalls nicht. In der „guten Stube“, die Wohnzimmer, Küche und Schlafzimmer auf wenigen Quadratmetern vereint, ist es mollig warm. „Mit einer modernen Gasheizung sind 20 Grad oder mehr gar kein Problem. Da frieren, anders als früher, auch keine Wasserleitungen mehr ein“, berichtet der 66-Jährige und fühlt sich pudelwohl: „Was gibt es Schöneres, als im Winter im warmen Wohnmobil zu sitzen und eine Flasche Rotwein zu genießen?“

Ein bisschen Überwindung kostet bei Kälte und Schnee lediglich der allmorgendliche Gang zur Dusche. „Wir haben zwar auch eine im Wohnmobil, benutzen aber lieber die Sanitäranlagen, die es auf dem Platz gibt“, erzählt Ursula Schwirten. „Da braucht man dann eben mal eine Fleece-Jacke.“

Und noch etwas braucht man: jede Menge Gas, auch wenn moderne, energiesparende Technik es überflüssig macht, die Heizung im Wohnmobil im Dauerbetrieb laufen zu lassen. „Ich habe alle drei Tage eine neue Elf-Kilo-Flasche angeschlossen“, berichtet Günter Schwirten. Dass Gas derzeit weg geht wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln, kann Bernhard Kampert bestätigen: „Erst am Dienstag habe ich wieder eine halbe Lkw-Ladung bekommen.“ Alle Hände voll zu tun hat auch der Hausmeister des Zeltplatzes. „Der war in den letzten 14 Tagen nicht nur ein Mal von 4 bis 9 Uhr morgens damit beschäftigt, um zumindest die Auffahrt und den vorderen Bereich vom Schnee zu räumen.“

Die Tage in Münster einfach nur genossen haben Günter und Ursula Schwirten. „Das ist eine sehr schöne Stadt. Und das Pinkus-Bier ist sehr lecker“, schwärmt der Overather, der auf jeden Fall wiederkommen will. „Vielleicht auch wieder im Winter. Warum nicht?“

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