Nachrichten Münster
Blanke Gewalt gegenüber Polizeibeamten

Samstag, 13.02.2010, 10:02 Uhr

Münster - Der 26-Jährige zählt bei der Polizei zu den Personen, denen besonderes Augenmerk gilt. Und das ging ihm ganz offensichtlich gegen den Strich. Wenn er es mit der Polizei zu tun bekam, schwoll ihm der Kamm, dann drehte er durch. So auch an einem Sonntag im Sommer 2008.

Als die Beamten wegen einer Ruhestörung gleich zweimal binnen kurzer Zeit zum Wiengarten ausgerückt waren, schlug ihnen blanke Gewalt entgegen. Zunächst soll der 26-Jährige drohend mit einem Schraubenzieher auf einen Beamten zugegangen sein, einen 32-jährigen Polizisten zu Boden gerungen und dann auf ihn eingeschlagen und eingetreten haben.

Der Vater des 26-Jährigen soll die Beamten dann mit einer ans Stromnetz angeschlossenen Bohrmaschine bedroht haben. Die Bilanz des Polizeieinsatzes: Zwei erheblich verletzte Beamte und zwei Festnahmen.

Dafür und wegen weiterer Straftaten müssen sich Vater und Sohn vor dem Schöffengericht verantworten. Bei dem 55-Jährigen schlägt noch ein Diebstahls in einer Arztpraxis zu Buche. Als ihm das Personal das verlangte Methadon verweigerten, wurde der Mann aggressiv und bedrohte die Anwesenden. Dann griff er über den Tresen zu dem Präparat und inhalierte es.

Weitere Anklagen gegen den 26-Jährigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und Beleidigung spiegeln seine ganze Abneigung gegenüber Polizeibeamten wieder. Ob bei Verkehrskontrollen oder Polizeieinsätzen in Diskotheken - der Münsteraner ging sofort auf Konfrontationskurs. In einem Fall wollte er eine Disco an der Hafenmeile nicht verlassen. Als die Polizei erschien, produzierte der Angeklagte sich durch Imponiergehabe und Aggressivität dem Publikum. „Es war spannungsgeladen und kurz vor der Explosion“, beschrieb ein Beamter die Situation. Vor der Diskothek leistete der Angeklagte erheblichen Widerstand. Die Beamten setzten Pfefferspray ein und mussten ihn fesseln. Im Polizeigewahrsam drohte er den Polizeibeamten massiv, sie und ihre Familien umzubringen. Die weiblichen Polizeibeamten beleidigte der Mann auf übelste Weise.

Erst im Laufe des Prozesses zeigte sich der Angeklagte zum Teil einsichtig. „Für mich war damals alles egal. Die Polizisten waren keine Helfer. Ich musste sie bekämpfen“, so der 26-Jährige. Als der Angeklagte in eine Polizeikontrolle geriet, setzte er das Vorhaben um. Er widersetzte sich den Anweisungen den Beamten und spuckte gezielt auf einen Beamten. Einem anderen griff er schmerzvoll zwischen die Beine. „ Ich habe zugefasst, so fest es ging. Der Beamte hat gejammert“ sagte der 26-Jährige. Von Reue keine Spur. Der Prozess wird fortgesetzt.

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