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Missbrauchsfälle: Münsterische Theologin warnt vor Vertuschung

Münster - In der Diskussion um Missbrauchsfälle in der Kirche hat die katholische Theologin Prof. Marianne Heimbach-Steins Bischöfe und Ordensobere vor Vertuschung und Verdrängung gewarnt. „Es geht nicht um wenige Einzelfälle, sondern um ein verbreitetes Phänomen“, sagte die Sozialethikerin vom Forschungsverbund „Religion und Politik“ der Universität Münster am Mittwoch...

Mittwoch, 24.02.2010, 14:02 Uhr

Münster - In der Diskussion um Missbrauchsfälle in der Kirche hat die katholische Theologin Prof. Marianne Heimbach-Steins Bischöfe und Ordensobere vor Vertuschung und Verdrängung gewarnt.

„Es geht nicht um wenige Einzelfälle, sondern um ein verbreitetes Phänomen“, sagte die Sozialethikerin vom Forschungsverbund „Religion und Politik“ der Universität Münster am Mittwoch. Die kirchliche Leitung dürfe die Tragweite des Problems nicht verdrängen.

Heimbach-Steins äußerte sich im Vorfeld einer für diesen Donnerstag angekündigten Erklärung der Bischofskonferenz zu Konsequenzen aus den Taten. „Versuche, sich zu entlasten, indem man auf „die Gesellschaft“ und bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen verweist, sind völlig fehl am Platze“, betonte sie. Der Augsburger Bischof Walter Mixa hatte der sexuellen Revolution eine Mitschuld an den Missbrauchstaten gegeben und damit breite Entrüstung hervorgerufen.

Ohne Aufklärung sei verlorenes Vertrauen nicht zurückzugewinnen, unterstrich die Theologin. „Es wäre falsch, wollte man versuchen ­wie zuweilen in der Vergangenheit geschehen ­das Ganze möglichst "unter der Decke" zu halten und allenfalls intern zu sanktionieren.“ Das Problem vollständig auf den Zölibat zu schieben, wäre nach ihrer Einschätzung „bei weitem zu einfach, ja falsch“. Sonst gebe es nicht auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen Kindesmissbrauch. Gleichwohl habe die Kirche besondere Schwierigkeiten.

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