Hochschule Münster
Elite-Uni: Universität Münster unternimmt „gewaltige Anstrengungen“

Mittwoch, 10.03.2010, 08:03 Uhr

Münster - Auch wenn die Rektorin wiederholt beteuert, dass die Universität Münster auch ohne das Prädikat „Elite-Uni“ eine starke Hochschule ist - verzichten will sie auf den Titel nicht. „Dieses Label hat für uns allerhöchste Bedeutung“, unterstreicht Prof. Dr. Ursula Nelles . Entsprechend „gewaltig“ seien die Anstrengungen , mit denen sich die Universität auf die bevorstehende nächste Ausschreibungsrunde der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern vorbereitet.

Denn nach zwei Anläufen will es die Universität nun endlich schaffen, in den kleinen Kreis der Elite-Unis aufgenommen zu werden. Allein, die Chancen sind gering. „Rund drei Prozent“, schätzt die Rektorin. Entmutigen lässt sie sich dadurch nicht - denn immerhin werden im Juni 2012 mindestens drei neue Elite-Unis gekürt, „und warum soll dann nicht auch Münster dazugehören?“

Nachdem die Hochschule bei der ersten Ausschreibungsrunde komplett leer ausging, gelang es ihr 2007 immerhin, mit dem Cluster „Religion und Politik“ in die Förderung zu gelangen. Für diesen Forschungsverbund soll eine Verlängerung der Förderung um weitere fünf Jahre beantragt werden.

Daneben will die Hochschule vier neue Cluster ins Rennen schicken: Mit Zellen werden sich unter anderem Mediziner und Biologen beschäftigen, mit erneuerbaren Energien Chemiker, Physiker und Biologen, mit Netzwerken die Wirtschaftsinformatiker, außerdem hat sich ein Mathematik-Cluster zusammengefunden.

Daneben bewirbt sich die Uni mit vier Graduiertenschulen. Mindestens eine muss von den internationalen Gutachtern berücksichtigt werden, da die Förderung des Zukunftskonzepts („Elite-Uni“) die Einrichtung von mindestens einem Exzellenzcluster und einer Graduiertenschule voraussetzt. Zu Details des Zukunftskonzept wollte sich Nelles gestern nicht äußern - damit nicht andere Hochschulen auf die gleiche Idee kommen und womöglich am Ende die Nase vorn haben. „Derzeit steht jede Uni mit jeder Uni im Wettbewerb“, so Nelles.

Kein Wunder, schließlich geht es um 35 Millionen Euro, die zwischen 2012 und 2017 fließen könnten. Geld, mit dem man viel schaffen kann: Infrastruktur verbessern, „Goldköpfe“ anziehen, vom internationalem Image-Gewinn ganz abgesehen.

Und wenn es, trotz aller Mühen, wieder nicht klappen sollte? „Dann werden wir die Forschungsvorhaben dennoch umsetzen“, sagt Nelles. „Allerdings aus eigenen Mitteln - und damit langsamer. Der Aufwand wir aber auf keinen Fall umsonst gewesen sein.“

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