Nachrichten Münster
Röttgen setzt auf Schonung und Effizienz

Donnerstag, 25.03.2010, 13:03 Uhr

Münster - Bundesumweltminister Norbert Röttgen fordert umfassende politische Anstrengungen, um den Schutz natürlicher Ressourcen voranzutreiben. „Die Zukunft gehört einem Strukturwandel, der zu Schonung und Effizienz führt“, sagte der 44-jährige CDU-Politiker gestern im Dom in Münster.

Zum Abschluss der geistlichen Themenabende zur Fastenzeit stellte Röttgen die Vereinbarkeit von christlichem Schöpfungsverständnis und politisch organisiertem Umweltschutz heraus. Die „kulturelle Kraft“ der christlichen Sprache sei unerlässlich, um die Zerstörung zu benennen. „Gott ordnet in der Schöpfung das Chaos der Welt“, leitete Röttgen daraus eine politische Handlungsanweisung ab: „Die Aufgabe, eine gute Ordnung zu schaffen, liegt im Zentrum des Wandels unserer Zeit.“

Das von den Vereinten Nationen ausgerufene Jahr der biologischen Vielfalt sei ein „Mahnjahr, das hinweist auf die schleichende Zerstörung der Tier- und Pflanzenwelt“. Diese Zerstörung werde sich am Ende auch gegen die Menschen richten. „Wir wissen, dass unser Verbrauch an Ressourcen das übersteigt, was unser Planet regenerieren kann.“

Als Konsequenz fordert Röttgen auch wirtschaftliche Korrekturen: „Wir können Wachstum nicht nur als quantitatives Mengenwachstum verstehen. Wir haben die Chance, nach humaner Qualität zu schauen.“ Es müssten globale Anstrengungen für eine neue industrielle Revolution unternommen werden. „Gerade wir Deutschen tun dies in vorbildlichem Maße. Auf diesem Gebiet sind wir Weltmarktführer.“

Als viel versprechendes Beispiel nannte der Umweltminister den Sektor der Erneuerbaren Energien. Man müsse die „Entdeckungsaufgabe“ annehmen, die Schonung der Ressourcen als Chance zu verstehen. Es gehe ausdrücklich „nicht um Verzicht, sondern um eine Fortentwicklung, die auch auf Technologien beruht.“

Die Politik sieht Röttgen dabei vor einer „ethischen Herausforderung“: „Wir müssen nicht die Grundlage für den nächsten Wahlsieg, sondern für die nächste Generation legen.“ Man müsse auch deshalb weiter intensiv an einer globalen Antwort arbeiten, weil die Bewahrung der Schöpfung und Schonung der Ressourcen untrennbar mit den Fragen nach Frieden und Gerechtigkeit verknüpft sei. „Dabei kann der Westfälische Frieden als historisches Beispiel für eine gemeinschaftliche Friedensantwort dienen“, so Röttgen.

Die Bewahrung der Ressourcen stellte ein Anti-Atom-Bündnis auf dem Domplatz noch in einen anderen Zusammenhang: Etwa 30 Personen demonstrierten dort gegen die Laufzeitverlängerung von deutschen Atomkraftwerken.

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