Nachrichten Münster
Wie tolerant sind Religionen?

Donnerstag, 04.03.2010, 13:03 Uhr

Münster - „Es wären mehr Menschen heute Abend hier, wenn wir über Missbrauch reden würden, aber wir wollen über Positives reden“, erklärte Prof. Dr. Zbigniew Peter Pininski zur Eröffnung der Podiumsdiskussion. Fünf Frauen aus fünf Weltreligionen debattierten über die Toleranz und die Grenzen zwischen ihren Religionen. Und zeigten dabei, wie viel Raum die Religionen einander geben können und wie viele Gemeinsamkeiten zwischen ihnen bestehen.

Die rund 50 Besucher verfolgten im Plenarsaal des Landeshauses des LWL die vorgetragenen Argumentationen der Wissenschaftlerinnen.

Die vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ organisierte Diskussion war prominent besetzt: Judaistin Dr. Rachel Herweg von der jüdischen Fraueninitiative „Bet Debora“, Dr. Manuela Kalsky als Leiterin des Dominikanischen Studienzentrums für Theologie und Gesellschaft in Amsterdam und Nijmegen und die Soziologin Dr. Afsaneh Gächter vom Institut für Iranistik in Wien vertraten die drei monotheistischen Religionen.

Die Tibetologin und buddhistische Nonne Dr. Carola Roloff von der Universität Hamburg erklärte die Ansichten des Buddhismus. Saraswati Albano-Müller, Leiterin des Hauses der Begegnung in Schwelm, brachte den Zuhörern anschaulich und mit viel Witz den Hinduismus näher.

So fremd und so unterschiedlich die fünf Religionen auf den ersten Blick scheinen, das Podium war sich schnell darüber einig, dass auch viele Gemeinsamkeiten bestehen. „Es gibt viel Raum, den wir uns gegenseitig geben können“, erklärt die Buddhistin Roloff.

Auch die Christin Kalsky forderte im Zeitalter eines modernen und multireligiösen Europas ein praktisches und nicht nur theoretisches Miteinander, das sich in kleinen kulturellen Projekten ausdrücken könnte. Trotzdem warnte die Judaistin Herweg davor, dass zum Beispiel durch gemeinsame Gottesdienste, außer zu bestimmten Anlässen, die eigenen religiösen Traditionen verwischt werden könnten.

Wesentlich liberaler traten die Vertreterinnen des Buddhismus und Hinduismus auf. „Wir können von anderen Religionen alles übernehmen, wenn es nicht im Gegensatz zu unseren eigenen Traditionen steht“, sagte Roloff.

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