Kultur Münster
"Kampftrinken" gewinnt "Jägermeister"-Pokal

Freitag, 23.04.2010, 18:04 Uhr

Münster - Die Black Box im Cuba ist bis zum letzten Kissenplatz belegt. Das Publikum hat es sich im Schneidersitz auf den Orientteppichen gemütlich gemacht und wartet darauf, dass sich etwas auf der großen Leinwand tut. Dann heißt es erstmals: Kurzfilm-Slam, Klappe die Erste.

Die Organisatoren und zugleich Moderatoren Nicky Schulte von der Filmwerkstatt und Andreas Weber vom Tatwort-Poetry-Slam eröffnen den Slam mit „Wir freuen uns, dass ihr alle da seid“ und erklären die Spielregeln: Die Zuschauer sollen aus sechs Kurzfilmen den besten per Stimmzettel auswählen.

Klappe runter, Vorhang auf, und der erste Film wird gezeigt: „Nichts vermissen“ von Tassilo Sturm aus Münster ist ein kleines Beziehungsdrama, in dem beispielsweise der Steg auf dem Aasee oder ein Mais-Labyrinth die Kulisse sind. Nach jedem Filmbeitrag werden die Filmemacher nach vorne gebeten und erklären den Hintergrund des Films. Filmkünstler Sturm kommentiert kurz und knapp: „Mich faszinieren Labyrinthe einfach.“

Als nächstes wird die Berliner Produktion „ Kampftrinken “ von Wolf Hogekamp und Rolf Wolkenstein gezeigt: Kreuzberg, 25. Juni 1989. In der Kneipe „Blechkiste“ wird ein Trinkwettbewerb veranstaltet, der aus den Fugen gerät und exzessive Züge annimmt. Da ist nichts geschauspielert, sondern alles genauso passiert. Der Film soll provozieren und aufklären: „Der gezeigte Alkoholrausch ist kein cooler Rausch, sondern hoffentlich abschreckend“, so Wolf Hogekamp, „den Film könnte man in Schulen zeigen“.

Es folgt der satirische Film „Meine Kindheit“ von Friederike Nemitz, in dem ein Mädchen Probleme mit ihrer glücklichen Kindheit hat und niedergeschlagen erzählt: „Ich komme aus einer intakten Familie, das ist nicht einfach“. Dann folgen noch drei weitere Filme: Das Ehedrama „Virginia Woolf“ von Florian Gottschick, die etwas andere Rotkäppchen-Version von Pitt Hartmann namens „Der böse Papst“ und „Knabberbagger“ vom Münsteraner Andy Strauß, in dem ein Geschäftsmann auf Grund der Aschewolke nicht nach Dubai fliegen kann und somit kurzer Hand einen Kinder-Trampel-Trecker nimmt.

Nach der Auswertung der Stimmzettel stehen die ersten drei Plätze fest: Auf Platz drei ist „Knabberbagger“, den zweiten Platz belegt „Meine Kindheit“, und den besten Eindruck hinterlässt „Kampftrinken“ beim Publikum.

Der Preis ist - wohl eher zufällig - eine Flasche Jägermeister, die Nicky Schulte und Andreas Weber dem Gewinner Wolf Hogekamp überreichen, der auch beruflich Filmemacher und Slam-Poet ist. Außerdem wird der Film auf dem nächsten großen Kurzfilmfestival in Münster gezeigt.

Der Kurzfilm-Slam soll sich zukünftig etablieren und alle drei Monate stattfinden. „Wir wollen allen in Münster die Möglichkeit geben, ganz einfach produzierte Filme hier vorführen zu können“. Unterstützung bekommen Hobby-Filmemacher dabei in der Filmwerkstatt Münster.

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