Nachrichten Münster
Kandidatenporträt zur Landtagswahl: Thomas Sternberg

Montag, 26.04.2010, 14:04 Uhr

Münster - Das Wohnheim , in das Thomas Sternberg 1975 als Student einzog, ist kaum noch wiederzuerkennen. „Die Fensterrahmen waren knallrot“, sagt der CDU-Abgeordnete, der am 9. Mai zum zweiten Mal in den Landtag einziehen will. Doch längst ist die Farbe dem schicken Stil des neuen Jahrtausends gewichen.

Auch in Sternbergs Leben hat sich in den letzten Jahrzehnten viel getan. Seine Laufbahn begann er mit einer Bäckerlehre. „Noch heute freut sich meine Familie zu Weihnachten auf mein Marzipanobst und zu Ostern auf meine Pralinen“, erzählt der Vater von fünf Kindern, von denen mittlerweile drei studieren. Nach dem Abitur an der Abendschule studierte auch Sternberg, promovierte danach gleich zwei Mal - und wurde 1988 Leiter der Akademie Franz-Hitze-Haus.

Viele Funktionen hat er seitdem innegehabt. Zwischen 2003 und 2007 gehörte der heutige Honorarprofessor der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Bundestages an. „Danach entschied ich mich, für den Landtag zu kandidieren, denn Kultur und Wissenschaftspolitik werden im Land gemacht“, sagt Sternberg. Diese Entscheidung habe er nie bereut: „In der Landespolitik fühle ich mich wohl.“

Germanistik, Kunstgeschichte und Theologie waren seine Fächer, die Lyrik Achim von Armins und die christliche Archäologie seine Promotionsthemen, auch privat liest er gerne, „Max Frisch und immer wieder Thomas Mann, außerdem bin ich ein großer Lyrik-Fan“. Seine Wissbegierde wird durch sein Lebensmotto widergespiegelt: „Mein Lebensgrundmotiv ist das Lernen. Wenn ich nicht mehr lerne, dann bin ich tot.“

Dazugelernt hat er auch im Landtag, Sternberg berichtet am Ende seiner ersten Wahlperiode von „Frustration, aber auch schönen Seiten“. Schön sei vor allem gewesen, Projekte in Münster mit auf den Weg gebracht zu haben: den Ausbau der Unibibliothek, die Sanierung des Bahnhofs, den Bau der Umgehungsstraße Wolbeck. Die Antwort auf die Frage nach seinen Erfolgen kommt indes nur zögerlich: Sternberg bekennt, lieber tief als hoch zu stapeln - „westfälisch“ nennt er diese Eigenschaft.

Schnell brachte er es zum kulturpolitischen Sprecher der Landtagsfraktion. „Kultur ist keineswegs eine freiwillige Leistung, sie ist Staatsziel.“ Dass kulturelle Einrichtungen in Zeiten leerer Kassen Federn lassen müssen, gefällt ihm, dem Kulturmenschen, gar nicht. Seine Traum wäre es, den Kulturetat auszubauen, „doch dafür bleibt uns wohl nicht viel Luft“. Neben der Wissenschaftspolitik hat er sich auch in der Sozialpolitik einen Namen gemacht, auch dies ein Bereich, der in diesen Zeiten arg in Bedrängnis ist. Immerhin: „In den nächsten vier Jahren wird es keine extremen Sozialkürzungen geben“, verspricht der 57-Jährige.

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