Nachrichten Münster
Minister-Besuch mit Mitbringsel

Dienstag, 06.04.2010, 22:04 Uhr

Münster - In Wahlkampfzeiten besuchen Minister Orte, an denen sie noch nie waren, treffen Menschen, die sie noch nie gesehen haben - und bringen sogar noch Geschenke mit. 150 000 Euro hat NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper ( CDU ) im Gepäck, als er am Dienstagnachmittag mit seiner Limousine an der Tilbecker Straße in Roxel vorfährt. Der dortige „Bürgerradweg“ sei ein „Musterbeispiel“ für bürgerschaftliches Engagement, da will sich das Land nicht lumpen lassen. Die noch fehlenden 1,4 Kilometer sind damit finanziert, entsprechend fröhlich sind die Gesichter auf dem Erinnerungsfoto.

Mehr als drei Stunden ist Lienenkämper in Münster unterwegs, drei Mal stoppt sein Dienstwagen. In Handorf wirbt CDU-Landtagskandidat Josef Rickfelder dafür, endlich die Umgehungsstraße bis zum Schifffahrter Damm weiterzubauen, damit der Schwerlastverkehr im Ortskern abnimmt. „1000 Lkw fahren hier jeden Tag durch“, sagt Rickfelder. Lienenkämper gibt sich verständnisvoll. „Zügig und präzise“ werde das Planfeststellungsverfahren vom Land vorangetrieben, versichert der Minister. Zugleich verweist er darauf, dass der Handorfer Ortskern nur „eine von vielen Stellen in NRW “ ist, an denen verkehrspolitischer Handlungsbedarf besteht. Seine Botschaft: Es wird etwas passieren - doch der Zeitpunkt ist noch unsicher. Dennoch lächelt auch Rickfelder auf dem obligatorischen Erinnerungsfoto, bevor die Minister-Limousine weiterrauscht.

An der Schulstraße wird Lienenkämper von Klemens Nottenkemper, Geschäftsführer der Wohn- und Stadtbau, begrüßt. „Ich bin stolz, dass wir es geschafft haben, hier ein Projekt für junges Wohnen und Wohnen im Alter zu realisieren“, sagt er. Auch Lienenkämper zeigt sich beim Rundgang beeindruckt: „Das ist das, was wir wollen, das passt“, lobt er den bereits fertiggestellten Gebäuderiegel an der Grevener Straße. Dann genehmigt er sich ein Bier, während die Künstler der Ateliergemeinschaft Schulstraße, die hier Quartier bezogen haben, von ihrer Arbeit berichten.

Lienenkämper hört interessiert zu, lächelt. Er wirkt entspannt, obwohl Münster bereits die dritte von vier Wahlkampf-Stationen an diesem Tag ist. Man wird den Eindruck nicht los, dass sich der Minister wohlfühlt, doch auch der schönste Termin geht einmal zu Ende. Um 17.45 Uhr besteigt er wieder seinen Dienstwagen - nicht ohne Künstler Thomas Hak zuzurufen: „Zur offiziellen Eröffnung der Ateliers werde ich kommen - egal, in welcher Funktion.“ Dann fährt der Wagen los. In Jüchen wartet man bereits auf den Minister.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/195620?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F597177%2F696351%2F
Nachrichten-Ticker