Nachrichten Münster
Münsters dickster Baum stirbt

Samstag, 24.04.2010, 10:04 Uhr

Münster-Handorf - Der dickste Baum von Münster stirbt: Die riesige Blutbuche im Wersepark misst 6,60 Meter im Umfang und ist etwa 140 Jahre alt. Die Wurzeln unter der Erde sind etwa genauso groß wie die Krone, die in den Himmel ragt.

„Als die längst abgerissene Boniburg im Jahre 1870 gebaut wurde, wurde er wohl gepflanzt“, meint Franz-Josef Gövert vom Grünflächenamt der Stadt Münster. „In fünf bis zehn Jahren wird er völlig zusammengebrochen sein - die Pilze haben den Baum fest im Würgegriff.“

Der einstige Vorzeigebaum erlebt vielleicht seinen letzten Frühling mit einem belaubten Ast. Alle anderen Äste sind kahl und teilweise schon abgebrochen. Die Rinde hat sich gelöst und bietet keinen Schutz mehr vor den scharenweise einfliegenden Sporen der Pilze. Der Brandkrustenpilz, der Riesenporling, der flache Lackporling und der Halimasch haben sich auf dem Stamm angesiedelt und halten Leichenschmaus.

„Wir haben den Kronenbereich abgesperrt und überlassen den Baum den natürlichen Kräften“, sagt Franz Josef Gövert, „da ist nichts mehr zu machen, der Baum stirbt.“

Vor fünf Jahren schien das beliebte Fotomotiv noch intakt zu sein. Der Naturfreund und Hobbyfotograf Wolfgang Schürmann aus Roxel hat das Naturdenkmal in seiner ganzen Schönheit damals fotografiert. In einigen Jahren wird der Baum wohl nur noch auf Bildern zu sehen sein. Der Naturliebhaber vermutet, dass durch die Baumaßnahmen im Wersepark der Wasserhaushalt des Baumes verändert wurde. In Verbindung mit dem trockenen Sommer könnte dies zum Absterben des Riesenbaumes geführt haben.

Am morgigen Sonntag wird der „Tag des Baumes“ gefeiert, der 1952 in Deutschland mit der Pflanzung eines Ahorns im Bonner Hofgarten durch Bundespräsident Theodor Heuss eingeführt wurde. Eine gute Gelegenheit, um auf einer Fahrradtour vom dicksten Baum Münsters Abschied zu nehmen.

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