Nachrichten Münster
Sie sollte Bundesverdienstkreuz bekommen - Viola Gräfin von Bethusy-Huc starb kurz zuvor

Donnerstag, 29.04.2010, 06:04 Uhr

Münster - Ehre, wem Ehre gebührt. Doch Prof. Dr. Viola Gräfin von Bethusy-Huc hat für sich entschieden, ihre letzte Reise anzutreten und sich von ihren „ Lebensgittern “ für immer zu lösen. So lautet der Titel ihres neuen Buches, das kürzlich erschienen ist. Gestern Nachmittag ist sie im Tibusstift gestorben. Eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Mit viel Geist, Herz und Humor. Gegen 17 Uhr erschien Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek im Seniorenheim. Mit einem Blumenstrauß und dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, das er der Gräfin verleihen wollte. Doch es war zu spät.

Die große Ehre ist im Todesfall an Bedingungen geknüpft. Eine Situation, die der Regierungspräsident so noch nicht erlebt hat. Er telefonierte flugs mit der Staatskanzlei in Düsseldorf, die grünes Licht für eine nachträgliche Ehrung gab. „Dies ist ein kleiner Trost in dieser Situation“, sagte Paziorek im Clubraum, wo alles für einen kleinen Empfang vorbereitet war.

Familienangehörige sowie langjährige Weggefährten waren zu der Feierstunde geladen, an der Viola Gräfin von Bethusy-Huc aus Krankheitsgründen hätte nicht mehr teilnehmen können. Sie war zu schwach, um die Belobigung des Staates in trautem Kreis entgegenzunehmen. Ihre Schwestern kamen zu der Feier angereist. Petronilla Troubridge (67) aus Dorset bei London und Benigna Woyrsch (66) von Mallorca, wo sie wohnt. Auch die Nichte der Gräfin, Sibylle von Bethusy-Huc, war dabei.

Ihre Tante war Politikprofessorin an der Uni Münster. Sie hat sich bis zuletzt für das Gemeinwohl engagiert. Die Seniorenvertretung hatte ihre volle Unterstützung. Die Verstorbene gründete 2003 die Bethusy-Huc-Stiftung, die sich um betreutes Wohnen für altersverwirrte Menschen kümmert. Auch brachte die Gräfin das Tanzprojekt „Darf ich bitten“ in Senioreneinrichtungen auf den Weg.

Die 82-Jährige plauderte gerne und hatte einen gewissen Schalk im Nacken. Selbst mit dem Computer kam sie klar. Seit 1993 lebte die tierliebe Seniorin im Tibusstift. Zuletzt im Pflege-Wohnbereich. Mit ihren Wellensittichen „Max“ und „Moritz“. Sie sind nun im Tierheim in Handorf.

Die Gräfin hinterließ gestern ein Gästebuch, in das sich alle im Clubraum eintragen konnten. Und ohne Abschied ist diese großartige Frau nicht gegangen. „Dass ihr zu meiner Verleihung gekommen seid, erfüllt mich mir großer Freude. Leider kann ich nicht teilnehmen, hätte es aber gerne mit eigenen Augen und Ohren erlebt. Eure Viola . . .“

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