Nachrichten Münster
Das Budget setzt Grenzen

Freitag, 21.05.2010, 11:05 Uhr

Münster - Marvin Lindenberg , Veranstalter des Eurocityfestes am vergangenen Wochenende, war mit der Besucherresonanz recht zufrieden. Anders Besucher, die unserer Zeitung teilweise geharnischte Kommentare schickten. Auch bei einer Abstimmung im Internetauftritt der WN überwogen die Stimmen derjenigen, die sagten „ich gehe nie wieder hin“. WN-Redakteurin Karin Völker sprach mit Marvin Lindenberg darüber, wie er mit der Kritik umgeht.

In einem Leserbrief hieß es, das Eurocityfest sei nur ein Abklatsch seiner selbst. Trifft Sie so ein Urteil hart?

Lindenberg: Natürlich, das ist ein Schlag ins Gesicht. Man gibt sich wahnsinnige Mühe, mit dem von uns zu akquirierenden Budget ein attraktives Programm auf die Beine zu stellen. Manche Kritik ist ja durchaus berechtigt, die Besucher, die so hart urteilen, kennen aber nicht die Bedingungen, unter denen das Fest organisiert werden muss. Viel Arbeit geht in die technische Vorbereitung und Logistik.

Reicht das Budget nicht, um ein attraktiveres Bühnenprogramm zu bieten?

Lindenberg: Ich hätte ja auch gern Robbie Williams auf dem Domplatz. Unser Hauptsponsor, die Warsteiner Brauerei, hat ihre finanzielle Unterstützung vor einigen Jahren erheblich reduzieren müssen. Bis jetzt ist es uns leider nicht gelungen, dies zu kompensieren. Wir finden es trotzdem wichtig und richtig, an Original-Bands festzuhalten und nicht nur Covermusik zu bieten. Die gibt es in der Tat bei sehr vielen Stadt-, Dorf- und Viertelfesten.

Etliche Besucher haben die Bühne auf dem Lambertikirchplatz vermisst . . .

Lindenberg: Ich auch. Aber die Kirchengemeinde hat die Platzmiete verdoppelt. Wir bräuchten einen Extra-Sponsor, um das zu ermöglichen. Der Alternativstandort vor dem Hochherzhaus mit den Geschäften hat uns Kritik von den Kaufleuten eingebracht - sicher nicht ganz zu unrecht. Wir werden weiter an einer Lösung arbeiten.

Haben die Kaufleute nicht von dem Eurocityfest profitiert? Es sind doch viele Besucher aus dem Umland in in die Stadt gekommen.

Lindenberg: Das vermag ich nicht zu sagen. Münsters Kaufmannschaft ist traditionell herzlich eingeladen, sich beim Fest einzubringen. Seit den Anfängen vor zehn Jahren steht das Eurocityfest aber eher unter dem Beschuss der Kaufmannschaft. Diesmal haben wir die Bebauung der Stände gelockert, um den Durchgang zu den Geschäften freizuhalten.

Das Sortiment der Waren an den Ständen wurde von etlichen Besuchern als wenig vielfältig empfunden.

Lindenberg: Es wird immer schwieriger, eine originelle Vielfalt herzustellen. Viele Spezialhändler verkaufen ihre Waren inzwischen hauptsächlich im Internet und sparen sich die Standmiete.

Machen Sie bei der Organisation des nächsten Eurocityfestes etwas anders?

Lindenberg: Sich nur auf besseres Wetter zu verlassen, wäre sicher nicht genug. Der finanzielle Rahmen gibt vieles vor. Aber wir versuchen natürlich, Details zu verbessern. Zum Beispiel am Syndikatplatz. Die Idee, dort rund um den Maxisand der Stadt eine Familienzone einzurichten, war im Kern gut. Wenn die Stadt zum Kinderprogramm beitragen würde, ließe sich das Programm dort sicher noch attraktiver gestalten.

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