Nachrichten Münster
Der Mauritz-Friedhof öffnet seine Pforten

Montag, 24.05.2010, 14:05 Uhr

Münster - Es gab Zeiten, da herrschte ein regelrechter Kampf um die Grabstätten . Pater Hans-Ulrich Willms formuliert es so: „Ich hatte manchmal den Eindruck, es ist den Leuten weniger wichtig, in den Himmel zu kommen, als auf den Mauritzer Friedhof...“ Der Pfarrer von St. Mauritz ist froh, dass sich die Situation mittlerweile entspannt hat. Sie hat sich so sehr entspannt, dass der Friedhof hinter der St.-Mauritz-Kirche seine Pforten öffnet: Zum ersten Mal seit 1870 kann er auch von evangelischen Christen uneingeschränkt mitgenutzt werden. Die Friedhofssatzung wurde jetzt entsprechend geändert.

Die Nachricht klingt ein bisschen verwunderlich - als käme sie 100 Jahre zu spät. Thomas Thilo , Pfarrer an der evangelischen Erlöserkirche, war auch nicht wenig erstaunt, dass der Friedhof, auf dem er doch schon mehrere Beerdigungen vorgenommen hatte, eigentlich ausschließlich für Katholiken bestimmt war. Die Erklärung: Evangelische Ehepartner konfessionsverbindender Ehen wurden hier schon immer bestattet. Aber diese Einschränkung muss man erst mal kennen...

Nun ist es so, dass sich die Öffnung für Protestanten (und Altkatholiken) keineswegs nur der entspannteren Belegungssituation verdankt. „Wir wollen das ganz bewusst“, sagt Pater Hans-Ulrich Willms, „als Zeichen der geschwisterlichen Verbundenheit der Konfessionen.“ Wer im Einzugsgebiet wohnt - ein großes Gebiet, es umfasst das Ostviertel und den Hafen, St. Mauritz, Sudmühle und Mariendorf -, der kann auf diesem Friedhof beerdigt werden. Das gilt erst recht für Menschen, die hier ihre Heimat haben, ihren Lebensabend aber anderswo verbringen müssen. Kirchliche Bindung wird allerdings vorausgesetzt. Und ein muslimisches Gräberfeld, wie auf anderen Friedhöfen? „Wir hatten die Anfrage hier noch nicht“, sagt der Pfarrer.

Die ökumenische Verbundenheit wird gefeiert: Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Erlöserkirche an der Friedrichstraße am Pfingstmontag (24. Mai) um 10.30 Uhr. Die Predigt hält Pater Hans-Ulrich Willms über Johannes 17: „Alle sollen eins sein“.

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