Nachrichten Münster
Culcha Candela: Mit Uwu Lena beim Juwi-Fest

Mittwoch, 16.06.2010, 14:06 Uhr

Münster - Den Machern des Juwi-Festes ist es in den vergangenen Jahren immer wieder gelungen, namhafte Bands nach Münster zu holen. Anders ist es auch diesmal nicht: Culcha Candela aus Berlin stehen am Donnerstag als Top Act auf der Bühne. Mit Gründungsmitglied Itchyban sprach WN-Redakteur Paul Meyer zu Brickwedde im Vorfeld.

Eure aktuelle Single heißt „Somma im Kiez“. Irgendwie scheint die Hauptstadt ein gutes Pflaster für erfolgreiche deutschsprachige Musik zu sein.

Itchyban: Auch woanders gibt´s gute Künstler. Aber es stimmt, in Berlin läuft es besonders gut. Und am Ende steckt Peter Fox alle in die Tasche.

Aber was hat Berlin, was andere Städte nicht haben?

Itchyban: Wo soll ich anfangen? Hast du 24 Stunden Zeit, darüber könnte ich nämlich den ganzen Tag reden (lacht). Allein schon die Größe der Stadt, die Kulturen aus aller Welt, die Musikindustrie ist da, die vielen Veranstaltungsorte, du kannst hier günstig wohnen, leben und arbeiten.

Ihr versucht ganz bewusst auch politisch zu sein - das findet sich in euren Liedern, auf der Homepage, bei eurem sozialen Engagement. Glaubt ihr, dass ihr das Publikum wirklich zum Nachdenken bringen könnt, oder wollen die Leute nicht doch einfach nur Party?

Itchyban: Zunächst einmal: Wir wollen unsere Fans nicht irgendwie zensieren. Es bleibt also jedem selbst überlassen, was er mitnimmt. Aber wir glauben schon, dass Party und Message gemeinsam funktionieren können. Uns geht es ja nicht darum, verkrampft etwas rüberzubringen. Wir sind eben politisch - wie viele andere übrigens auch. Das ist alles und meiner Meinung nach völlig normal.

Und warum noch das Engagement abseits der Musik etwa für die Aktion „Alle Kids sind VIPS“?

Itchyban: Ich finde, wir haben die Pflicht dazu. Wir können nun einmal größere Aufmerksamkeit erzielen als Otto Normalmüller. Und das nutzen wir für ganz bestimmte Projekte.

Was heißt das?

Itchyban: Wir bekommen zwar sehr viele Anfragen. Aber so läuft das nicht. Der Impuls muss von uns ausgehen. Beispielsweise unterstützen wir eine Berufsschule in Uganda, aber vor allen Dingen Aktionen in Deutschland. Schließlich gibt es auch hier arme Leute und Kinder, die nicht drei Mal am Tag zu Essen bekommen. So kommen wir dann beispielsweise zu „Alle Kids sind VIPS“, ein Projekt, bei dem es um Integration und Fairness in Schulen geht.

Spätestens mit „Hamma“ seid ihr einem breiten Publikum bekannt. Hat euch der Erfolg verändert?

Itchyban: Erfolgreich zu sein, ist schön. Aber natürlich wird man auch mit Neid und solchen Dingen konfrontiert - was uns jedoch, ehrlich gesagt, sch . . . egal ist. Die Leute mit denen wir tagtäglich zu tun haben, sei es aus der Crew, dem Management oder auch die Maskenbildnerin, sagen uns alle, wir wären total normal und nett geblieben - was wir übrigens auch finden (lacht). Und wenn das 50 Prozent wirklich so meinen, wäre das doch ok.

Nach dem Konzert willst du mit DJ Chino noch bei der Aftershow-Party im Heaven auflegen. Reicht euch das Konzert nicht?

Itchyban: Eigentlich schon, aber wir kennen den Heaven-Betreiber. Also machen wir eine Ausnahme.

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