Kultur Münster
Manchmal hilft bei Kunst nur Sprengen

Freitag, 27.08.2010, 16:08 Uhr

Münster - Wenn Ruppe Koselleck und Oliver Breitenstein Hand anlegen, können schon mal Funken sprühen. Gleich, ob Butter, Rasierschaum oder Sprengladungen - die beiden Künstler schrecken vor keinen Utensilien zurück. Zur Nacht der Museen und Galerien am nächsten Samstag haben die Wahl-Münsteraner eine „Agentur für Kunstverbesserung“ ins Leben gerufen.

Die Idee dahinter: Kunstobjekte jeglicher Art kreativ umgestalten, „anhübschen“ und mit Aura füllen. Warum? Für Initiator Breitenstein liegt dieser Gedanke auf der Hand: „Es gibt großen Mengen Kunst, die nichts weiter als Müll sind. Manchmal genügen deshalb minimale Eingriffe, um das entsprechende Gemälde oder die betreffende Skulptur ansehnlich zu gestalten.“

Wie aus hässlich hübsch wird, beweist das eingespielte Team allen Kunstliebhabern und Kunstmuffeln im Rahmen des „Schauraum-Wochenendes“. „Interessierte Münsteraner sind nun aufgefordert, im Vorfeld unserer Performance kunstvolle Gegenstände abzugeben. Nachdem wir die guten Stücke verbessert haben, versteigern wir die neuen Werke dann wieder“, verdeutlicht Koselleck das Vorhaben.

Künstler-Kollege Breitenstein fügt schmunzelnd hinzu: „Ich fände es natürlich spannend, wenn auch das Picasso-Museum ein Werk zur Verbesserung beisteuern würde.“ Schließlich gebe es keine Kunst, die beide nicht verschönern könnten. Nur in außerordentlichen Extremfällen müsse auch einmal der Schredder herhalten, um das Objekt der Nicht-Begierde zu entsorgen.

„Wie stark und mit welchen Mitteln wir beispielsweise ein Gemälde verändern, ist manchmal ein streitbarer Prozess. Letztendlich entscheidet aber der Käufer über den künstlerischen Wert“, so Koselleck.

Ein risikobereites Publikum sei deshalb besonders gefragt. „Aber auch Menschen, die über Kunst nachdenken wollen und Zeit haben, genau hinzuschauen“, geben die beiden Künstler zu verstehen.

» Den letzten Schliff bekommen abgegebene und mitgebrachte Werke am Samstag (4. September) ab 16 Uhr im Foyer des „Cuba“, Achtermannstraße 12.

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