Nachrichten Münster
Olympische Jugendspiele: Gold für 17-jährige Lena Malkus aus Münster

Sonntag, 22.08.2010, 00:08 Uhr

Singapur / Münster - Die deutsche Leichtathletik kann schon mit Vorfreude auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro blicken. Nach ihren Gold-Gewinnen bei den Olympischen Jugendspielen in Singapur könnte für Shanice Craft (Diskus) und Lena Malkus (Weitsprung) am Zuckerhut die Stunde des großen Erfolges schlagen. „Für die Zukunft lässt das hoffen. Der Leichtathletik tut das gut“, sagte Ulf Tippelt, Leistungssportdirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), am Sonntag. Die beiden 17-jährigen Gymnasiastinnen zeigten, dass auch bei Mini-Olympia wie zuvor bei den Welt- und Europameisterschaften der Aktiven vor allem auf die deutschen „Techniker“ Verlass ist. Das goldene Doppel im Bishan-Stadion gelang binnen drei Minuten. Schon im ersten Versuch schaffte Lena Malkus die Siegesweite von 6,40 Meter, Shanice Craft ließ den Diskus gleich fünfmal weiter fliegen als die Konkurrentinnen und stellte mit 55,49 Meter eine persönliche Bestweite auf. „Mein Ziel war klar die Goldmedaille, und es ist ein tolles Gefühl, sie zu haben“, sagte Craft, die als Zweite der Junioren-Weltjahresbestenliste in den Ring gestiegen war. „Ich weiß, dass ich gleich mit dem ersten Sprung siegen kann“, sagte Lena Malkus nicht minder selbstbewusst. Dass sie überhaupt in Singapur dabei sein konnte, ist eine abenteuerliche Geschichte. Bei der Europa-Qualifikation für die Jugendspiele in Moskau sprang sie gleich im ersten Versuch 6,52 Meter. „Die Kampfrichter haben die Weite aber nicht anerkannt. Sie meinten: Soweit könnte ich nicht springen, und es müsse ein Messfehler sein“, erzählte das Talent der LG ratio Münster. Im sechsten und letzten Versuch landete sie bei 6,40 Meter, was diesmal auch die Offiziellen überzeugte. „Nach dem fünften Versuch wäre ich nur Zweite gewesen“, sagte sie. Vorbild für Lena Malkus ist ihre Mutter, die unter ihrem Mädchennamen Ruth Holzhausen als Volleyball-Nationalspielerin an den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles teilgenommen hatte. „Ich habe meine Urkunde und meine Akkreditierung von 1984 erst aus einer Schachtel geholt, als Lena 14 Jahre alt war, und erstmals von der Faszination Olympia erzählt“, berichtete ihre Mutter, die nach dem Sieg von Singapur aber warnt: „Sie hat noch einen langen Weg vor sich, auf dem sie auch Tiefen überstehen muss.“ Nach Malkus' Sprung zum Sieg stand schnell auch Shanice Crafts Erfolg mit dem Diskus fest. „Irgendwann möchte ich auch 60 Meter werfen und in Rio de Janeiro 2016 dabei sein“, sagte die Tochter eines amerikanischen Vaters und einer deutschen Mutter aus Mannheim. Neben dem Diskuswerfen will sie auch mit dem Kugelstoßen weitermachen. Ihre Bestleistung steht bei 15,53 Meter. „Jetzt geht es hoffentlich weiter bergauf“, meinte Shanice Craft.

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