Nachrichten Münster
Weltumradler schafft die ersten 10 000 Kilometer

Freitag, 06.08.2010, 16:08 Uhr

Münster - In Australien hat der münsterische Weltumradler Patrick Pohl nicht nur viele freundliche Menschen kennengelernt („Einmal wurde sogar Geld gesammelt, um mich auf meiner Reise zu unterstützen.“) - sondern auch einige schräge Vögel. Der etwa rabengroße Magpie oder Flötenvogel stürzt sich nämlich gerne von hinten auf den Kopf vermeintlicher Eindringlinge, die seinem Nest zu nahe kommen. In bestimmten Gegenden, so heißt es, tragen Kinder und Radfahrer deshalb Schutzhelme. Und manche malen sich noch Augen hinten auf den Helm. Aber auch das ist noch keine Garantie gegen Magpie-Attacken, wie Pohl erfahren musste: „Einer hat mir fast den Radhelm von der Birne gehauen. Bei jedem Schatten zucke ich nun schon zusammen.“ Nicht ganz ungefährlich, schließlich muss der Münsteraner beim Radeln auch noch auf den Verkehr achten . . .

Ansonsten ist aber bislang alles gut gelaufen. Rund vier Monate nach dem Start in Münster (WN, 1.4.) haben Patrick und Gisela, wie er seine Leeze liebevoll nennt, die ersten 10 000 Kilometer geschafft. Nachdem Pohl die USA durchquert hatte, ging es erst einmal nach Neuseeland, wo er mit einem Freund gemeinsam geradelt ist. Dort war es ziemlich kalt, berichtet der Münsteraner, schließlich ist gerade Winter. Und so habe man bei bis zu minus sieben Grad in der Natur gezeltet: „War schon lustig, da morgens, als wir das Zelt abbauen wollten und die Heringe aus der Erde gezogen haben, das Zelt immer noch wie eine Eins stand.“ Gefroren habe man trotzdem nicht - dank entsprechender Ausrüstung.

In Neuseeland haben die beiden an einem „Sägewettbewerb“ teilgenommen - und sind kläglich gescheitert, wie Pohl einräumt. Dafür konnten sie die WM-Spiele der Fußball-Nationalmannschaft fern der Heimat verfolgen. In einem Pub habe man ihnen sogar nachts (wegen der Zeitverschiebung) extra eine Großbildleinwand mit Kamin zur Verfügung gestellt.

Während sein Freund nach Deutschland zurückkehrte, machte sich Patrick Pohl auf die dritte Großetappe - Australien. Los ging´s in Sydney. Und weil Pohl bereits zum mittlerweile fünften Mal in Australien ist, hatte er keine größeren Probleme, sich zurechtzufinden. Überdies kam ihm sehr entgegen, dass eine deutsche Supermarktkette auf dem fünften Kontinent immer stärker vertreten ist: „So habe ich mich direkt am ersten Tag in Australien mit der guten alten deutschen Bockwurst eingedeckt!“

Die Hälfte seines Weges nach Perth, dem ersten Zwischenstopp in „Down under“, hat er inzwischen „abgerissen“. Und eine Woche Aufenthalt auf einer Farm, auf der er vor zehn Jahren mal als Orangenpflücker gearbeitet hat, liegt auch schon hinter ihm: „Hier konnte ich gut meine ,Batterien wieder aufladen.“

In Australien ist derzeit übrigens auch noch Winter - mit Temperaturen von nachts um die 0 Grad und tagsüber angenehmen 15 Grad. Patrick Pohl: „Wenn ich vom Wetter daheim höre, bin ich recht froh, jetzt hier zu sein - das wäre auch mir dann doch zu heiß zum Radeln!“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/505603?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F597177%2F696336%2F
Nachrichten-Ticker