Nachrichten Münster
Bistums-Schatzkammer wieder zugänglich

Donnerstag, 09.09.2010, 06:09 Uhr

Münster - Hinter der repräsentativen Fassade des 1844 errichteten „Galenschen Konvikts“ an der Georgskommende verbirgt sich eine wahre Schatzkammer. Im Bistumsarchiv , das hier seit Ende des Zweiten Weltkriegs untergebracht ist, werden Tausende Urkunden und Handschriften aufbewahrt, Dokumente aus Klöstern und Kollegien, Nachlässe und Pfarrarchive - kurzum: „das Gedächtnis des Bistums“, so Dr. Thomas Scharf-Wrede, stellvertretender Vorsitzender der Bundeskonferenz der kirchlichen Archive Deutschlands.

Nach zweijähriger Sanierung erstrahlt das Bistumsarchiv nun in neuem Glanz. „Das Christentum ist ein Glaube, der sich aus der Geschichte speist“ - mit diesen Worten unterstrich Bischof Dr. Felix Genn am Mittwochnachmittag die Bedeutung dieser Einrichtung und lobte zugleich das segensreiche Wirken der Archivare, die meist im Hintergrund wirken.

Seit Sommer 2008 war das Gebäude teilweise entkernt und komplett modernisiert worden. Marode Leitungen wurden ausgetauscht, eine neue Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik eingebaut. Der neu eingerichtete Lesesaal hält 20 Nutzerplätze bereit, die allesamt mit Computern ausgestattet sind. Rund 1000 von insgesamt 3000 Kirchenbüchern aus dem gesamten Bistum können hier abgerufen werden, die restlichen Bestände sollen im Laufe der nächsten Jahre digitalisiert werden, so Gottfried Minkenberg, Leiter des Bistumsarchivs.

Gerade für Privatpersonen, die Ahnenforschung betreiben, seien die zum Teil bis ins 16. Jahrhundert zurück reichenden Kirchenbücher eine „unersetzliche Fundgrube“. Daneben sei das Archiv regelmäßig Anlaufstelle für Wissenschaftler.

Das älteste an der Georgskommende aufbewahrte Dokument stammt übrigens aus dem Jahr 1190. In der Urkunde verweigert der Fürstbischof von Köln einem niederrheinischen Pfarrer die Teilung und Abtrennung von Haldern. Auch der Nachlass von Kardinal Clemens August von Galen gehört zu den Beständen des Archivs, das zudem über eine rund 30 000 Bände umfassende Bestandsbibliothek verfügt.

Bischof Genn segnete gestern nicht nur das frisch renovierte Gebäude, das nach Einschätzung von Archivdirektor Scharf-Wrede nun bestens für die Zukunft gerüstet ist, sondern zudem eine Übungsorgel für angehende Musiker der Bischöflichen Kirchenmusikschule. Sie tritt an die Seite einer größeren, 16 Register umfassenden Orgel, die sich bereits seit dem Zweiten Weltkrieg im ehemaligen „Galenschen Konvikt“ an der Georgskommende befindet.

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