Nachrichten Münster
Ministerium fördert Universitätsprojekt gegen Rückenschmerzen

Münster/Jena - 70 bis 80 Prozent der Menschen in der westlichen Welt klagen über Rückenschmerzen. In vielen Fällen fällt Ärzten die Diagnose schwer. An der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) wird daher mit Nachdruck nach den Ursachen chronischer Rückenschmerzen geforscht. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt mit 1,65 Millionen Euro...

Freitag, 17.09.2010, 00:09 Uhr

Münster /Jena - 70 bis 80 Prozent der Menschen in der westlichen Welt klagen über Rückenschmerzen . In vielen Fällen fällt Ärzten die Diagnose schwer. An der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) wird daher mit Nachdruck nach den Ursachen chronischer Rückenschmerzen geforscht. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt mit 1,65 Millionen Euro den Projektverbund von Universitätsprofessoren der Hochschulen Münster und Jena. Gemeinsam sollen die Wissenschaftler die Zusammenhänge zwischen schmerzenden Muskeln oder Knochen und dem Nervensystem ergründen. Das BMBF fördert die Arbeit des WWU-Bewegungswissenschaftlers Prof. Dr. Heiko Wagner und vier seiner Kollegen aus Münster und Jena. In fünf Arbeitsbereichen ergründen sie in den nächsten drei Jahren, wie unspezifische Schmerzen mit dem Nervensystem zusammenhängen. Der Weg zur richtigen Diagnose und damit auch zur effektiven Behandlung ist oft langwierig. In diesen Fällen steht häufig "Unspezifische Schmerzen" im Protokoll. Nach vier bis sechs Wochen sollten die Schmerzen wieder weg sein, doch manchmal bleiben sie. "Einen möglichen Grund dafür, dass unspezifische Rückenschmerzen chronisch werden, vermuten wir in dem Teil des Nervensystems, der die Wahrnehmung und die Bewegung steuert," erklärt Prof. Wagner. "Wahrscheinlich handelt es sich um ein gestörtes Zusammenspiel zwischen dem komplexen Nervensystem und den schmerzverarbeitenden Arealen des Großhirns." Mit anderen Worten empfindet ein Mensch Schmerz, obwohl es keinen augenscheinlichen Grund dafür gibt. Im Resultat macht es für aber kaum einen Unterschied, ob jemand wegen einer Störung oder einer Verletzung leidet. Doch je klarer die Ursachen sind, umso leichter lassen sich Ansätze für eine erfolgreiche Therapie finden. Die Arbeitsteilung des Forscherverbundes sieht vor, dass sich Prof. Wagner mit der Entwicklung eines dynamischen Modells zur Beschreibung der Chronifizierung von Rückenschmerzen beschäftigt. Am Psychologischen Institut der WWU analysieren Prof. Dr. Markus Lappe und Dr. Marc de Lussanet den Einfluss der Koordination zwischen visueller Wahrnehmung und dem menschlichen Bewegungsapparat bei chronischen Schmerzen. An der Universität Jena forschen Wissenschaftler ebenfalls in den Bereichen Bewegungswissenschaft und Psychologie und zusätzlich auf dem Gebiet der Sportmedizin.

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