Nachrichten Münster
Raubprozess: Ein Video entlarvt die Täter

Donnerstag, 02.09.2010, 20:09 Uhr

Münster - Der Angeklagte sprach „von der blödesten Idee, die man haben konnte“. Denn eigentlich „sollte an diesem Abend nur ein bisschen Marihuana geraucht werden“.

Aber dann kam alles anders. Zusammen mit zwei weiteren Angeklagten brach der Mann am 8. Juni 2008 gegen Mitternacht maskiert in eine Souterrain-Wohnung in Hiltrup ein. Er bedrohte einen der Bewohner mit einer Spielzeugpistole, warf einen anderen Anwesenden gewaltsam zu Boden und entwendete ein Notebook im Wert von fast 1500 Euro. Überführt wurden die Beklagten durch Videoaufnahmen, die kurz vor der Tat gemacht wurden.

Doch nicht drei, sondern insgesamt fünf mutmaßliche Täter nahmen beim Prozessbeginn am Donnerstag wegen schweren Raubes auf der Anklagebank im Landgericht Münster Platz. Auch zwei weitere Männer galten als tatverdächtig. Allerdings bekräftigten beide nachdrücklich, sie seien am Tatort gewesen, um Drogen zu erwerben, hätten aber mit dem späteren Geschehen nichts zu tun.

Trotzdem wies der Vorsitzende Richter darauf hin, dass alle fünf Angeklagten auf den Überwachungsbildern mit entsprechender Maskierung zu sehen seien. Allerdings drangen nur die drei Hauptverdächtigen tatsächlich in die Wohnung ein.

Wie gravierend das Urteil für die Hauptverdächtigen ausfällt und ob die beiden anderen straffrei aus dem Prozess hervorgehen, wird sich erst am zweiten Verhandlungstag am 23. September entscheiden.

Eines steht allerdings schon fest: Die Entschuldigungen aller Beklagten helfen den Opfern bestenfalls ein wenig: „In den ersten Wochen nach diesem Vorfall war das Schlafen nicht angenehm. Außerdem ist man seitdem ängstlicher und vorsichtiger in der Dunkelheit“, gaben die Betroffenen in ihren Zeugenaussagen zu Protokoll.

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