Nachrichten Münster
Genügsame Polyester-Rasse: Blaue Schafe weiden am Aasee

Mittwoch, 27.10.2010, 00:10 Uhr

Münster - Es ist eine wahrlich genügsame Herde , die seit heute Morgen (Mittwoch) am Aasee grast. Die "Tiere" sind zudem ausgesprochen ruhig, aber dennoch alles andere als unauffällig. 100 Schafe aus ultramarinblauem Polyesterharz haben sich einen Tag lang auf der Wiese an den Aasee-Kugeln niedergelassen. Oberbürgermeister Markus Lewe räumte Blauschäfer Rainer Bonk und seiner Projektpartnerin Bertamaria Reetz am Mittwochmorgen das Weiderecht für die Tiere ein. Wer die Tiere sehen will, muss sich aber sputen: Die Herde bleibt nur einen Tag lang am Aasee. Die Blaue Friedensherde zieht seit 2009 durch europäische Städte. Die Installation war bislang unter anderem in Venedig und Lüttich, Hannover und Berlin zu sehen. Auf der grünen Wiese erwecken die blauen Polyester-Schafe die Assoziationen einer friedlich weidenden Herde. "Alle sind gleich, jeder ist wichtig", wollen sie dem Betrachter sagen und ihn zugleich - je nach Anordnung der Tiere - zum Nachdenken über Toleranz und Dominanz, Rangfolge und Gleichberechtigung bringen. Die Blauschafe sind das Werk des Aktionskünstlers Rainer Bonk aus Rheinberg. Er entwickelte das Konzept für seine Friedensherde zusammen mit der Kölner Künstlerin Bertamaria Reetz. Die Botschaft der Blauschäferei: "Treu und friedlich, genügsam und sympathisch möchte die Herde mittels ungewöhnlicher Bilder Zeichen setzen und für harmonisches Miteinander werben." Eine Vorhut der "Blauen Friedensherde" graste bereits Anfang September in der Nacht der Museen und Galerien auf der Treppe der Diözesanbibliothek.

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