Nachrichten Münster
Stinkende Blaualgen - Bakterien breiten sich am Kanonengraben aus

Mittwoch, 06.10.2010, 22:10 Uhr

Münster - Die Wasseroberfläche am Kanonengraben schimmert grün-blau, leuchtet im Sonnenlicht und sieht aus wie Lack. Ein Zeichen für Blaualgen im Wasser, die an der Oberfläche auftauchen und in der Masse leben. Übler Geruch ist die Folge, wenn Blaualgen absterben. Blaue Algen mit üblem Gestank sind am Hiltruper See und am Aasee in Münster längst bekannt und stehen ständig unter genauer Beobachtung der Stadt. Jetzt sind die Blaualgen aber auch verstärkt am Kanonengraben aufgetaucht.

Für Lutz Hirschmann von der Unteren Wasserbehörde der Stadt ist dieser Hinweis neu. Aber nicht überraschend, wie er sagt, denn dass die Blaualgen auch in kleineren Teichen auftauchen, sei anders als bis vor zehn oder 20 Jahren heute längst kein Einzelfall mehr.

Wenn der Kanonengraben ein Badesee wäre, „dann würden wir ihn sofort sperren“, betont Hirschmann.

Wer mit den Algen in Berührung kommt, könnte als Folge Hautreizungen bekommen. Der Kontakt mit der Haut oder das Schlucken des betroffenen Wassers kann aber auch zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Atemnot führen. Auch Hunde können gefährdet sein. Darum gibt Lutz Hirschmann Hundebesitzern den Rat, ihre Vierbeiner nicht von der grünen Brühe trinken zu lassen. Oder sie vom Sprung in den Teich abzuhalten.

Denn Blaualgen, betont der Fachmann, seien nichts anderes als Bakterien. Und deren bläuliche Färbung setzt erst mit dem Zelltod ein. Normalerweise sind die Blaualgen winzig klein und mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Während einer Blaualgenblüte aber bilden sie dicke schleimige, blau-grün schimmernde Klumpen, die wie in einem Bereich des Kanonengrabens auf der Wasseroberfläche treiben.

Trotzdem sind der Stadt die Hände gebunden. „Da kann man nichts machen“, betont Hirschmann. Sobald es kälter werde, hofft er, seien die Blaualgen verschwunden. Spätestens im Winter, fügt er hinzu.

Die Bakterien wie am Aasee mit der chemischen Verbindung Eisen-Chlorid zu bekämpfen, sei zu kostspielig. „Aber wir müssen uns Gedanken machen, denn es werden immer mehr Gewässer betroffen sein“, betont Hirschmann.

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