Kultur Münster
Kammerchor mal ganz romantisch

Montag, 08.11.2010, 17:11 Uhr

Münster - Der Westfälische Kammerchor Münster hatte ein anspruchsvolles Programm für sein Konzert in der Apostelkirche ausgesucht. Doch für diesen Spitzenchor ist anscheinend keine musikalische Epoche ein Problem, scheint fast jede musikalische Herausforderung mit Bravour zu meistern zu sein.

Da glänzte Hugo Wolfs „Resignation“ (nach Joseph von Eichendorff ) in sicherer Intonation, schön romantisch aber ohne Sentmentalität, im schlanken Klang des Chores - da gelang das eindrucksvolle „O Domine“ des Schweden Thomas Jennefelt bis zu den letzten, plötzlich im Kirchenraum versickerten Tönen. Überhaupt ein betont effektvolles neues Stück, inspiriert durch das lateinische Requiem, das vom mehrstimmigen Sprechgesang auf jeweils nur einem Ton bis zu haarscharfen lauten Dissonanzen und überraschenden melodischen Wendungen einiges zu bieten hat.

Auch Komponist Anton Bruckner war mit „Locus iste“ und „Os justi“ mit dabei. Innig ging Chorleiter Föhrweißer hier an die in ihrer kompositionstechnisch gewollten Schlichtheit fast eingängig wirkende Musik heran, kitzelte das saubere Pianissimo ebenso sicher aus den konzentrierten, aber nie angestrengt wirkenden Sängern, wie weich nuancierte Klangfarben. Zwei Chorsätze Max Regers („Unser lieben Frauen Traum“ und „Nachtlied“) gehörten ebenfalls zu den romantischen Werken des Programms. Freudig und erwartungsvoll das erste, ruhig und nachdenklich das zweite Stück, das von einem treffsicheren Basston im Schlussakkord geadelt wurde.

Bachs Motette „Jesu meine Freude“ (BWV 227) war sicher ein echter Höhepunkt gleich zu Beginn des Konzerts. Die feinsinnige Dynamik und der stetige Fluss verloren sich nie, Verzierungen kamen sauber, fugierte Passagen gelangen mit beachtlicher Sicherheit. Föhrweißer hat immer auch ein Händchen für Effekte jeder Art, die er allerdings fast unauffällig zu betonen weiß.

Der junge Organist Sebastian Freitag sorgte für die instrumentalen Töne. Paul Hindemiths dritte Orgelsonate lag ihm gut. Mit viel Wärme und vitalem Schwung legte er freudig los. Ein buntes Stück Orgelkunst, bei Freitag gut aufgehoben. Mendelssohn Bartholdys dritte Orgelsonate (A-Dur, op. 65/3) und Bachs Fantasie und Fuge g-Moll (BWV 542) hatte er ebenfalls mitgebracht. Klangvoll ging er die Fantasie an, ein kleines bisschen ungestüm begann die Fuge. Das „maestoso“ im ersten Satz der Orgelsonate von Mendelssohn betonte er mit breiter, aber trotzdem lebendiger Artikulation. Am Ende strahlte die Orgel in schwebender, klangvoller Ruhe.

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