Nachrichten Münster
Schüler sollen mit neuer Karte mobiler werden

Dienstag, 09.11.2010, 20:11 Uhr

Münster - Was im Rheinland und rund um Aachen schon längst die Regel ist, soll auch in Münster ab dem 1. Februar 2011 möglich sein: Der Schulausschuss brachte am Dienstag mit Zustimmung von SPD , Grünen und Linken zum neuen Schülerticket (WN, 6.11.) eine „Revolution“ in der Mobilität junger Leute auf den Weg, wie Reinhard Schulte , Leiter des Stadtwerke Nahverkehrsmanagements, und der stellvertretende Schulamtsleiter Winfried Mörchen betonten.

„Die alte Schülerkarte passte einfach nicht mehr in die Zeit“, sagt Mörchen. Heute entscheidet der Rat endgültig über die Einführung der neuen Karte, die rund 25 000 Jugendliche anspricht, die in Münster weiterführende Schulen besuchen. Im Schulausschuss enthielt sich die CDU , die FDP stimmte gegen die Vorlage. Die Einzelheiten:

» Was kostet das Ticket? Familien, deren Kinder bislang Anspruch auf Fahrkostenerstattung hatten, zahlen 9,90 Euro, für das zweite Kind fünf Euro, das dritte und alle weiteren Kinder zahlen nichts. Alle Jugendlichen, die Vollzeit in Münster eine weiterführende Schule besuchen, können für 19,90 Euro pro Monat die Karte kaufen. Der Preis gilt allerdings nur beim Abo für mindestens ein Jahr. Bisher kostete ein vergleichbares Ticket 36,90 Euro.

» In welchem Bereich und wann gilt das Ticket? Die Fahrkarte gilt an allen Tagen rund um die Uhr im Stadtnetz von Münster. Im gesamten Münsterland gilt sie ab 14 Uhr an Schultagen, sowie an freien Tagen ganztägig in Bussen und Bahnen.

» Welche Regelungen gelten für auswärtige Schüler? Jugendliche, die im Umland der Stadt wohnen und eine Schule in Münster besuchen, können das Ticket ebenfalls erwerben. Für Schüler aus Münster, die außerhalb Münsters zur Schule gehen, gilt das Ticket allerdings nicht.

» Wie finanziert sich das Angebot für die Stadtwerke? Die Stadtwerke als städtisches Tochterunternehmer streben keinen Gewinn mit dem Ticket an. „Unser Ziel ist die schwarze Null“, sagt Reinhard Schulte. Die Stadtwerke rechnen durch das Ticket im kommenden Jahr mit rund drei Millionen zusätzlichen Fahrten. Von der Stadt erhalten die Stadtwerke 4,4 Millionen Euro, der Betrag, den die Stadt nach der Schülerfahrtkostenverordnung ohnehin bisher gezahlt hat. Ferner wird das Ticket durch den Eigenanteil und die Selbstzahler finanziert. Die Stadtwerke rechnen allerdings damit, dass etwa zehn Prozent der Anspruchsberechtigten das Ticket nun nicht mehr nehmen, weil sie einen Eigenanteil zahlen müssen. Das vollkommen kostenfreie Ticket nur für den Schulweg kann nach der Schülerfahrtkostenverordnung nicht mehr beansprucht werden.

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