Nachrichten Münster
Start im Hansa-Business-Park: Stroetmann baut Saatgut-Zentrum

Mittwoch, 24.11.2010, 18:11 Uhr

Münster-Amelsbüren - Ein Bild voller Symbolik ? Ist es um die Stadt Münster finanziell wirklich schon so schlecht bestellt, dass Unternehmer dem Oberbürgermeister mit einem wärmenden Mantel aushelfen müssen? Dem gestern von Termin zu Termin eilenden Markus Lewe wollte Lutz Stroetmannn bereits seinen eigenen Mantel borgen, damit der Oberbürgermeister sich bloß nicht erkälte auf der zugigen Baustelle in Münsters Süden. Lewe aber, von robuster Natur, stand in seinem dunklen Anzug den ersten Spatenstich durch und fuhr weiter, um Nobelpreisträger Günter Grass in Münster willkommen zu heißen.

Lewes Zwischenstopp zeigte aber die Wertschätzung, die er der ersten Firmenansiedlung im neuen Hansa-Business-Park zumisst. Dass es ausgerechnet ein Saatgut-Zentrum ist, das vom Stroetmannschen Stammsitz in Mecklenbeck nach Amelsbüren verlagert wird, verstand er als gutes Zeichen. „Die Saat muss schließlich aufgehen.“

Das tut sie offenkundig. Zumindest aus Sicht der Wirtschaftsförderung schneller als erwartet. „Wir sind bei der Vermarktung ein Jahr vor dem Plan“, sagte ein gut gelaunter Dr. Thomas Robbers gegenüber unserer Zeitung. Zwei Firmen hätten bereits gekauft, mit einer dritten stehe man kurz vor Vertragsabschluss, mit acht weiteren im Gespräch. Immerhin rund 25 Millionen Euro hat die Wirtschaftsförderung nach Aussage Robbers´ in die Infrastruktur des Gewerbegebietes investiert.

Die Erschließung ist noch nicht abgeschlossen, da beginnt Stroetmann auf einem sechs Hektar großen Areal zu bauen. Die „westfälische Identität“ des Unternehmens, vor allem aber die Infrastruktur mit Autobahnanschluss und Schiffsanlegestelle gaben den Ausschlag, die zehn Millionen in Münsters Süden anzulegen, „obwohl es anderswo günstiger gewesen wäre“.

Für die Kooperation mit der Wirtschaftsförderung fand Stroetmann fast schon euphorische Worte: „Das war eine Steilvorlage, um auch andere Investoren in den Hansa-Business-Park zu holen. So möchte man als Investor behandelt werden.“

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