Nachrichten Münster
Pläne für Hörster Parkplatz: Kulturquartier mit drei Säulen

Montag, 13.12.2010, 00:12 Uhr

Münster - Bült, Vossgasse , Hörsterstraße - das sind Straßennamen, die im kulturellen Bewusstsein der Stadt Münster nicht unbedingt eine Hauptrolle spielen. Aber das könnte sich ändern, wenn die Idee Wirklichkeit wird, die der Architekt Christoph M. Deckwitz entwickelt hat: Er möchte aus diesem Bereich der Innenstadt ein Kulturquartier machen. Zwei auch architektonisch wichtige Säulen stehen schon: das Stadttheater auf der einen, die Stadtbücherei auf der anderen Seite. Und die dritte Säule sollte, so meint Deckwitz, auf dem Hörster Parkplatz entstehen: ein Haus der Musik. Die Frage, was mit dem Hörster Parkplatz werden könnte, treibt Deckwitz schon länger um, zumal er dort in unmittelbarer Nähe auch selbst zu Hause ist. Und so hat er seit rund einem Jahr gemeinsam mit den Architekten Hanno Höyng und Sven Berg eine Idee verfolgt, bei der die Kultur eine Hauptrolle spielen soll. Zum einen, so Deckwitz, weil die Nachbarschaft von Theater und Bibliothek geradezu nach einer kulturellen Ergänzung verlange. Und zum anderen, so Hanno Höyng, weil man damit auch etwas für die Stadt, ihre Attraktivität und den Kulturtourismus tun könne. Der Kulturbau auf dem Hörster Parkplatz könnte eine gemeinsame Heimstatt werden für drei wichtige münsterische Kulturinstitutionen, so Höyng: Die Musikhochschule der Universität suche einen neuen Standort, die städtische Musikschule platze aus allen Nähten, und das städtische Sinfonieorchester brauche dringend Probenräume. Die Leiter der drei Institutionen seien sehr angetan von der Idee, berichtet Höyng, zumal sie ohnehin eine engere Zusammenarbeit ins Auge gefasst haben. Ein gemeinsames Dach böte dafür einen idealen Rahmen und überdies viele Synergieeffekte. Natürlich, so fügt Höyng hinzu, brauche ein solches Haus auch eine Möglichkeit, Musik vorzuführen, also einen Konzertsaal - der aber „nicht mit der Musikhalle verwechselt werden darf“, wie Deckwitz lächelnd hinzufügt. Das Erdgeschoss eines solchen Hauses stünde für merkantile Nutzung zur Verfügung, die aber auch einen kulturellen Touch haben sollte. So können sich die Väter der Idee hier unter anderem Galerien, Büchereien, Musikalienhandlungen oder „ein schönes Literaturcafé“ vorstellen. Eine wichtige Rolle in den Überlegungen spielt der Platz am Bült rund um die Bushaltestellen, der durch den Lohmann-Neubau am Alten Fischmarkt weiter an Attraktivität gewinnen dürfte. Von hier aus, so Höyng, sollte das neue Kulturquartier erschlossen werden - etwa mit Hilfe eines großzügigen Zugangs durch das bestehende Bült-Hochhaus. Noch gibt es für das Projekt kein belastbares Finanzierungskonzept, aber erste Perspektiven: Die Familie Deckwitz, der auch das Hochhaus am Bült gehört, wäre bereit hier zu investieren, mit weiteren Privatinvestoren gebe es Gespräche, so Höyng. Für die Musikhochschule käme das Land als Geldgeber in Frage, bei einer Verlagerung der städtischen Musikschule könnte die bisherige Immobilie zur Finanzierung beitragen. Bei den bisherigen Gesprächen mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Kultur sei man auf Begeisterung, Interesse oder zumindest Offenheit gestoßen, betonen die Architekten. Christoph M. Deckwitz ist überzeugt, dass sich hier die Chance bietet, etwas Wichtiges für das Martiniviertel im Besonderen und die Stadt im Allgemeinen zu tun: „Wir sollten hier nicht das Erstbeste bauen, sondern das Beste für Münster.“

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