Nachrichten Münster
Richter haben keine Hoffnung auf Besserung

Dienstag, 07.12.2010, 10:12 Uhr

Münster - Ein mitgenommener Haustürschlüssel reichte als Anlass aus, dass zwei Männer im Juni 2009 einen Freund mit einem Fahrradlenker schwer verletzten. Der Antrag eines Täters, seine einjährige Freiheitsstrafe in eine Bewährungsstrafe umzuwandeln, wurde am Montag vom Landgericht Münster abgelehnt.

In Abwesenheit des Opfers wurden vor Gericht das ärztliche Behandlungsprotokoll und das Strafregister des Antragstellers verlesen. Außerdem wurde dessen Bewährungshelfer, der den Mann wegen einer früheren Straftat zwei Monate vor dem Vorfall betreut hatte, gehört. Der Bewährungshelfer attestierte dem 24-Jährigen eine grundsätzliche Gleichgültigkeit hinsichtlich der Konsequenzen seiner Tat.

Nach kurzer Beratung entschied das Gericht, den Antrag des Angeklagten auf Umwandlung in eine Bewährungsstrafe abzulehnen. Von dem Angeklagten sei kein straffreies Verhalten zu erwarten, begründeten die Richter ihre Entscheidung. Das Gericht schloss sich damit der Auffassung des Staatsanwaltes an. Der hatte sich im Hauptverfahren ebenfalls gegen eine Umwandlung der Haftstrafe ausgesprochen und dies mit dem Vorstrafenregister begründet, das Freiheitsstrafen wegen verschiedener Alkohol-, Verkehrs- und Betrugsdelikte umfasst. Der Staatsanwalt wertete ferner die Abwesenheit des Angeklagten in der Verhandlung als Zeichen von Gleichgültigkeit hinsichtlich des Urteils.

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