Wirtschaft Münster
Spikes für Räder sind Mangelware

Freitag, 17.12.2010, 17:12 Uhr

Münster - Spikes für Fahrräder sind in Münster so gut wie ausverkauft. Die Nachfrage nach Winterreifen für den Drahtesel hat die Händler in der Fahrradstadt förmlich überrollt. Und nicht nur Fahrradfreaks wollen sicher über die Straßen rollen.

Raimund Gerwing wird oft von Kollegen in anderen Städten um die Kundschaft beneidet, die auch im Winter aufs Rad steigt. „Viele wollen nicht glauben, dass hier immer noch Rad gefahren wird“, sagt der Inhaber des Fachgeschäftes Drahtesel am Servatiiplatz. Während in Münster die Fahrradfahrer ungebremst unterwegs sind, sind die Verkehrsteilnehmer in anderen Städten bei Schnee und Eis nicht mehr zu sehen.

Aber Gerwing stellt auch fest, dass die Münsteraner insgesamt vorsichtiger geworden sind. Viele gehen in diesen Tagen zunehmend zu Fuß - auch lange Wege. Oder sorgten für mehr Sicherheit. „Da hat ein Umdenken eingesetzt“, sagt Gerwing. Das Thema Sicherheit sei vor fünf Jahren noch kein so großes Thema gewesen. Nachdem aber bereits seit zwei Jahren der Fahrradhelm immer stärker nachgefragt werde und kaum jemand sich noch darüber lustig mache, so der Fahrrad-Experte, werde jetzt Wert auf Winterreifen gelegt.

Spikes für Räder sind zunehmend in Münster ein Thema. Die sechs Reifen, die der Drahtesel-Chef noch im Lager hat, sind bereits an vorgemerkte Kunden vergeben. Seine Warteliste für Winterreifen werde immer länger, sagt der Fachmann im Iduna-Hochhaus. Dabei seien die Reifenhersteller bereits hoffnungslos im Verzug. Liefertermine im März sind keine Seltenheit.

Winterreifen an sich gebe es schon lange fürs Rad, erklärt Andreas Ostkamp von der Firma Hürter an der Hammer Straße. Auch er registrierte eine wachsende Nachfrage nach den Fahrradmänteln mit den kleinen Metallspikes. Doch die Winterreifen seien vergriffen.

„Wir hätten die doppelte Menge verkaufen können“, betont der Fachmann. Ostkamp erklärt den Winterreifen: Die Spikes, klein wie ein Nietenkopf, sitzen seitlich versetzt auf dem Mantel. Bei Schnee und Eis wird der Luftdruck vom Reifen abgelassen, dann greifen die Spikes. Bei freundlichem Winterwetter wird wieder Luft aufgepumpt, dann rollt der Reifen ganz normal.

Aber auch Andreas Ostkamp ist zurzeit mit dem Bus unterwegs. weil er sich sicherer fühle. Er ist Sendener und fährt normalerweise mit dem Rad zur Arbeit.

Über mangelnden Absatz kann sich auch die Firma Pues nicht beklagen. In den letzten zwei bis drei Jahren verkaufte der Betrieb an der Kanalstraße vielleicht zwei bis drei Paar Reifen, in diesem Winter gingen innerhalb von einer Woche 50 Paar Reifen weg, sagt Mitarbeiter Markus Großewinkelmann: „Die Münsteraner fahren einfach.“

Zweirad Weigang in Kinderhaus hatte Glück. 20 Winterreifen wurden dem Fachhändler an der Grevener Straße nachgeliefert. „Kunden auf der Warteliste werden sich freuen“, sagt Peter Teupe. Diese Winterreifen seien zwar keine Sorglos-Versicherung, aber wenigstens ließe sich das Rad besser bremsen. Eine Handvoll Kunden greift bei Weigangs schon länger auf Winterreifen zurück. Wie beim Auto lassen sie im November ihre Winterreifen am Rad aufziehen, um im Frühjahr wieder zu wechseln. Vier bis fünf Winter, schätzt Teupe, hält ein solcher Winterreifen.

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