Die Zukunft des Busverkehrs
Keine Shuttle-Busse in der City

Freitag, 14.01.2011, 11:01 Uhr

Münster - Wenn es ums Busfahren in Münster geht, ist Reinhard Schulte der Herr der Zahlen. Drei Zahlen haben für den Leiter des Stadtwerke-Busbetriebe eine geradezu magische Bedeutung: 100, 75 und 50.

Also: Man stelle sich vor, 100 Menschen haben die Absicht, mit dem Bus von A nach B zu fahren. Von diesen 100 bleiben nur noch 75 übrig, sobald bekannt wird, dass man ein Mal umsteigen muss, um von A nach B zu kommen. Bei zweimaligem Umsteigen sinkt die Zahl auf 50.

Dieses Fahrgastverhalten - belegt durch viele Studien - hat Schulte nach eigenem Bekunden immer im Hinterkopf, wenn er in den kommenden Monaten mit Kommunalpolitikern über die Zukunft des Busverkehrs diskutiert. Äußerer Anlass ist die Überarbeitung des sogenannten Nahverkehrsplanes. Dabei sollen auch strittige Themen auf den Tisch kommen, etwa die sehr hohe Bus-Belastung der Nordtangente (Verkehrsachse vom Mauritztor bis zum Neutor mit der Haltestelle Bült ).

Alle Debatten müssen sich nach Ansicht von Schulte an einem zentralen Wunsch der Fahrgäste orientieren: „Sie möchten umsteigefrei zum Hauptbahnhof und in die Innenstadt gelangen.“ Die Linienführung trage dem in doppelter Hinsicht Rechnung: „Alle Linien gehen über den Hauptbahnhof, alle Linien steuern mindestens eine der Haltestellen Bült, Ludgeriplatz und Domplatz /Picassomuseum an.“

Damit steht für Schulte auch fest, dass ein Shuttle-Bussystem zur Anbindung der Innenstadt nicht in Frage kommt. Es höre sich zwar verlockend an, „wenn kleine, vielleicht sogar elektrogetriebene Busse zwischen Bahnhof und Prinzipalmarkt pendeln“. Aber nicht nur die Kosten würde gegen ein derartiges Projekt sprechen: „Wir würden auch unnötige Zwangsumstiege produzieren und die Attraktivität damit schmälern.“

Gleichwohl werden sich Änderungen ergeben, weil sich auch die Innenstadt verändert hat. Schulte nennt die neuen Magneten Münster-Arkaden und Stubengasse, die dazu beigetragen haben, „dass sich die Schwerpunkte in der City nach Süden verschoben haben“. Die stark frequentierte Haltestelle Bült indes liegt aber am nördlichen Rand der Altstadt. Darauf müsse man reagieren.

Keine Perspektive sieht Schulte derweil für ein anderes, immer wieder gefordertes Projekt, und zwar eine Buslinie, die ringförmig die Außenstadtteile verbindet, also beispielsweise Amelsbüren mit Albachten oder Handorf mit Wolbeck. „Die Nachfrage ist gemessen an den Kosten einfach zu gering.“

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