Kultur Münster
Was lustig scheint, ist ernst gemeint

Donnerstag, 27.01.2011, 19:01 Uhr

Münster - Der Eingang sieht nach Iglu aus, das „Zelt“ nach Wigwam - aber die Pappkartons sind ein Schutzraum gegen allzu leichte Lustigkeit. Der „Berliner Kunstverein“ zeigt im Atelierspeicher Retros, Reliquien und Relikte aus mehr als zwei Jahrzehnten Ausstellungsprogramm von Cuba-Cultur.

Nur wenige erreichten ein Massen-Publikum wie der Spanier Llorenç Barber mit seinem Konzert für die Glocken der Innenstadtkirchen (9. Mai 1998). Dafür repräsentieren die Künstler eine Ernsthaftigkeit oft jenseits jedweder Anerkennungsneigung. Es ist vermutlich nicht zu viel versprochen: Keine der Performances dürfte langweilig sein.

Aus den rund 100 Videos, die Erhard Hirt im Archiv hat, haben Ruppe Koselleck und Oliver Breitenstein einige ausgewählt. An den Wänden hängen Fotos (was wäre die Szene ohne den Chronisten Ralf Emmerich), die die zu sehenden Filme quasi wie im Kino ankündigen: So ist Ma Liu Mung zu sehen, der sich nackt und regungslos auf einen Stuhl setzte und mit anderen fotografieren ließ, zum Beispiel mit Gail Kirkpatrick, der heutigen Leiterin der Städtischen Ausstellungshalle. So ist eine Arbeit von Joe Jones zu sehen, einen Mitbegründer der Fluxus-Bewegung, der 1989 kurz vor seinem Tod in Münsters Cuba noch eine Klanginstallation zeigte.

Neben Katalogen und Originalen aus den Foyer-Ausstellungen ist auch eine unter die Haut gehende Installation von Halil Shalabi (gebürtiger Palästinenser) und Moshe Rosenfeldt (ausgewanderter Künstler aus Israel) zu sehen: „15:03“ ist die Uhrzeit, als das erste Flugzeug am 9. 11. 2001 in einen der Twin-Tower raste. Das Künstler-Duo lässt zwei Föne pendeln, bis sie unvermeidlich zusammenkrachen - nicht witzig: gespenstisch.

» Die Ausstellung wird am Freitag (28. Januar) um 20 Uhr im „Berliner Kunstverein“, Hafenweg 28, eröffnet. Die Ausstellung ist bis zum 6. Februar sowie am 11. und 18. Februar zu sehen.

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