Nachrichten Münster
„Miniatur-Hubschrauber“ schwirren ums Schloss

Samstag, 22.01.2011, 15:01 Uhr

Münster - Holger Fritze bleibt ganz ruhig. Direkt vor seinem Gesicht kreisen die Rotorblätter, sie surren wie ein nahender Wespenschwarm . Der Master-Student am Institut für Geoinformatik steht im Schlossgarten und lenkt das Flugobjekt über die Baumwipfel. Fritze ist einer der „Piloten“ in der Arbeitsgruppe um Dr. Torsten Prinz und Prof. Dr. Edzer Pebesma , die vor gut einem Jahr die Fliegerei zu ihrem Thema gemacht hat.

Die Mini-Hubschrauber, normalerweise Quadrocopter wegen ihrer vier Propeller genannt, nennen die Münsteraner nach den Anfangsbuchstaben des Instituts für Geoinformatik „Igficopter“. Es sind weniger die Flugeigenschaften, die die Wissenschaftler beschäftigen. Ihre Igficopter sind lediglich Vehikel für Messgeräte und Computertechnologie, die Umweltdaten und Bilder übertragen. Besonders praktisch: Das elektronische „Auge“ in den Lüften am unbemannten Flugobjekt erfasst und übermittelt per GPS auch die exakte Lage dessen, was es gerade beobachtet.

„Für die Landwirtschaft eröffnet dies ganz neue Möglichkeiten“, erläutert Peter Loef vom Unternehmen Cenalo, das mit den Uni-Geoinformatikern zusammen- arbeitet. Um sich etwa ein genaues Bild vom Befall eines Getreidefeldes mit Schädlingen zu machen, muss ein Bauer nicht mehr über den ganzen Acker laufen und auch nicht vorsorglich die gesamte Fläche mit Pflanzenschutzmittel besprühen. Der Minihubschrauber liefert per Satellitten-Navigation Daten der betroffenen Fläche. Auch der Traktor, der da Mittel ausbringt, kann mit der Software programmiert werden.

Oder potenzielle Bauschäden an Kirchtürmen und anderen großen Gebäuden: Eine Erkundungsreise mit dem kleinen Flugobjekt ist entschieden kostengünstiger, als ein Gerüst aufzubauen.

„Wir denken aber auch an Unglücksfälle und Katastrophen“, sagt Prof. Pebesma. Wenn bei Bränden giftige Gase ausströmen, kann der „Igficopter“ die Konzentration der Schadstoffe messen. An kundigen Helfern mangelt es dem Professor nicht: Die fliegenden Geodaten-Messer sind nicht nur wissenschaftlich interessant - „sie sind auch tolle Spielzeuge“.

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