Nachrichten Münster
Tage des Bunkers sind gezählt

Dienstag, 25.01.2011, 21:01 Uhr

Münster - Während des Zweiten Weltkrieges bot der Bunker in der Ottostraße den Münsteranern Schutz vor Luftangriffen, nach Kriegsende lebten hier Vertriebene, und als das Wettrüsten Anfang der 1980er-Jahre seinen Höhepunkt erreichte, wurde er zu einem Baustein des Zivilschutzprogramms. Erst das Ende des Kalten Krieges machte das aus zwei Meter dicken Wänden bestehende Bauwerk überflüssig. Nun ist der Bunker verkauft worden - an den Roxeler Projektentwickler Schlattmann Grundstücks GmbH.

Nach Angaben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben , die den Bunker vor einiger Zeit von der Stadt erworben hatte, plant der neue Eigentümer, das Gebäude abzureißen und durch eine Wohnbebauung zu ersetzen. Bei Schlattmann wollte man sich gestern zu den weiteren Plänen mit dem frisch erworbenen Bunker zunächst einmal nicht äußern.

Der Mindestkaufpreis war von der Bundesanstalt mit 350 000 Euro festgesetzt worden, gezahlt wird aber ein höherer Betrag, berichtet Silvia Auffahrt , Abteilungsleiterin Verkauf für den Bereich Westfalen. Das Interesse an dem Bunker sei groß gewesen, schon vor der Ausschreibung hatten sich potenzielle Käufer erkundigt, am Ende beteiligte sich rund ein Dutzend Investoren am Ausschreibungsverfahren, berichtet Auffahrt. Der Erlös des Geschäfts - über dessen Höhe sie sich ausschweigt - werde in den Bundeshaushalt fließen.

Der Bunker hätte im Ernstfall auf vier Etagen 1100 Menschen aufnehmen können. Die Gesamtnutzfläche liegt bei rund 1500 Quadratmetern. „Die Immobilie war uns von der Stadt in einem Top-Zustand übergeben worden“, lobt Auffahrt. Der Bunker steht nicht unter Denkmalschutz.

Unterdessen bereitet die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben offenbar weitere Bunker-Verkäufe vor. „Wir überprüfen unser Portfolio“, betont Auffahrt, ohne weitere Details zu nennen. Daneben gebe es bei der Behörde Überlegungen, ob eine Veräußerung des ehemaligen Hauptzollamt-Gebäudes an der Sonnenstraße erfolgen kann. Aber auch bei diesem Objekt sei noch keine Entscheidung gefallen, so Auffahrt weiter.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/258174?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F597157%2F597176%2F
Ex-Verwaltungschef verliert alle Ansprüche auf eine Abfindung
Die fristlose Kündigung des früheren Verwaltungsleiters des NRW-Landgestüts in Warendorf ist rechtmäßig. Der Ex-Verwaltungschef verliert alle Ansprüche auf eine Abfindung.
Nachrichten-Ticker