Weltenradler Patrick Pohl im Reich der Mitte
China wärmt von innen

Dienstag, 25.01.2011, 19:01 Uhr

Münster - Patrick Pohl ist hart im Nehmen. Radfahren bei arktischer Kälte sei kein Problem, sagt der Münsteraner, der zurzeit mit dem Fahrrad rund um die Erde fährt. Aber wehe, er muss mal anhalten - und sei es nur für eine Pinkelpause...

„Mit den Minusgraden ist es wie mit extremer Hitze. Ab einer bestimmten Temperatur merkt man wirklich jedes einzelne Grad Celsius.“ Patrick Pohl radelt gerade durch den chinesischen Winter. Bei minus 20 Grad.

Bei solchem Wetter wird sogar ein ganz normaler Platten zum gefährlichen Abenteuer. Patrick Pohl hat es in den frühen Morgenstunden erwischt - auf einer einsamen Bergstraße. Glücklicherweise konnte er den Schlauch rasch wechseln: „Dabei bin ich rumgehüpft wie ein Känguru, um nicht zu sehr auszukühlen.“ Der Dampf seiner Atemluft gefror dennoch direkt am Bart. „Es gab daher eine feste Verbindung zwischen Haar und Stoff - nicht sehr angenehm...“

China ist ohnehin kein Zuckerschlecken. Von der winterlichen Kälte abgesehen, führte der erste Teil der Reise von Shenzhen bis in die Stadt Lanzhou durch dicht besiedeltes, städtisches Gebiet, das war laut und stressig, und der Magen hat auch mal revoltiert. Aber der einsame Nordwesten, der ist eine Schau. Patrick Pohl war ein langes Stück auf der Seidenstraße unterwegs, und die will er unbedingt im Sommer noch einmal nehmen. Zumal er mit den Chinesen wunderbar klarkommt: „Besonders einprägend ist wieder die Gastfreundschaft. Kaum angekommen, hatte ich auch schon einen heißen Tee in der Hand, und der Ofen wurde noch mal richtig schön angefeuert.“ Dafür muss es der fleißige Leezenritter in Kauf nehmen, wie ein Weltwunder angestarrt zu werden. Selber schuld...

Nun hat er China schon fast durchquert. Bis zur kasachischen Grenze sind es noch schlappe 800 Kilometer - am 1. Februar möchte er sie überqueren, denn dann beginnt sein Visum für Kasachstan.

Es wird die abenteuerlichste Etappe seiner Weltreise, die er im vergangenen März in Münster antrat. Denn Kasachstan ist kaum besiedelt - und mehr als drei Tagesrationen an Lebensmitteln kann er auf dem Fahrrad nicht mitschleppen.

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