Nachrichten Münster
"Da müssen wir auf den Tisch hauen" - Interview mit Dr. Hugo Fiege

Freitag, 11.02.2011, 13:02 Uhr

Münster - Rund 350 Gäste erwartet der Verein der Kaufmannschaft zum traditionsreichen Kramermahl , das am Freitag im münsterischen Rathaus stattfindet. WN-Redakteur Wolfgang Schemann unterhielt sich im Vorfeld der Veranstaltung mit dem Vorsitzenden des Vereins, Dr. Hugo Fiege , über den Verein, das Festmahl und den Ehrengast.

Haben Sie den Grünkohl fürs Kramermahl 2011 schon getestet?

Fiege: Persönlich noch nicht, aber ich weiß, dass alles getan wird, damit er auch gut mundet. Notfalls wird er sogar künstlich gefrostet...

Warum wird bei diesem Festmahl seit mehr als 50 Jahren immer Grünkohl mit Mettwurst serviert?

Fiege: Das ist eine gute Tradition. Und davon lebt eine Institution wie das Kramermahl. Neben der Speisenfolge sind beim Kramermahl aber auch etliche andere Dinge festgelegt - bis hin zum Trinkspruch „Es lebe unsere gute alte Stadt Münster“.

2010 hat der Verein der Kaufmannschaft sein 175-jähriges Bestehen gefeiert. Wie ist das Jubiläumsjahr gelaufen?

Fiege: Ich glaube, die Kaufleute sind zufrieden, wie wir das gestaltet haben. Das Jubiläumsjahr hat mit einer Messe und dem Kramermahl begonnen - zu einer Zeit, als wir uns in der größten Wirtschaftskrise nach dem Zweiten Weltkrieg befanden. Damals wurde nicht ohne Grund betont, welche Bedeutung die Ethik für die Wirtschaft hat. Für die Kaufleute Münsters gilt das aber seit mindestens 175 Jahren - schließlich heißt unser Wahlspruch „Ehr is Dwang gnog“ („Ehre ist Zwang genug“).

Sie haben seinerzeit gesagt, die vornehmste Aufgabe des Vereins bestehe darin, die Stadt in ihrer Entwicklung zu fördern und zu unterstützen. Was konnten Sie tun?

Fiege: Zum einen hat die Kaufmannschaft vor dem Hintergrund der Krise daran erinnert, dass sie Verantwortung trägt für die Stadt Münster - damit wir angesichts der vielen Skandale nicht auch noch lokale Fehlentwicklungen bekommen. Zum zweiten haben wir die Kaufmannsstiftung auf den Weg gebracht. Und wir werden daraus in diesem Jahr einen Zinsertrag von über 50 000 Euro bekommen, mit dem wir entsprechende Projekte fördern können.

Entwickelt sich die Stadt denn in der richtigen Richtung?

Fiege: Im Großen und Ganzen ja - vor allem, was die Wirtschaft und die Arbeitsplätze angeht. In der Politik gibt es allerdings derzeit ein akutes Ärgernis, weil die Schlüsselzuweisungen des Landes für die Region um mehr als 50 Millionen Euro gekürzt werden sollen. Das ist nicht akzeptabel. Da müssen wir auf den Tisch hauen.

Warum haben Sie den Generalinspekteur Volker Wieker als Festredner ausgewählt und eingeladen?

Fiege: Wir waren der Auffassung, dass in Münster nicht überall ausreichend bekannt ist, welche Bedeutung die Bundeswehr für die Stadt hat; mit alles in allem über 3000 Mitarbeitern ist sie einer der bedeutendsten Faktoren auch für Handel und Gewerbe in dieser Stadt. Dass das Thema Bundeswehr durch die Strukturdiskussion aktuell solche Dynamik entwickelt, konnten wir bei der Einladung noch nicht ahnen.

Aber es macht den Besuch des Generalinspekteurs natürlich besonders reizvoll. Und es kann sicher nicht schaden, wenn er bei dieser Gelegenheit seine guten Erinnerungen an Münster aus seiner Zeit als Kommandierender General des Deutsch-Niederländischen Korps erneuert.

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