Martini-Viertel
"Haus der Musik" auf dem Hörster Parkplatz?

Freitag, 11.03.2011, 11:03 Uhr

Münster - Es wäre „eine Aufwertung für das gesamte Martini-Viertel“, sagt Architekt Christoph M. Deckwitz , und überdies geeignet, „dieses Quartier näher an die Innenstadt anzuschließen“. Ob was daraus wird, könnte sich schon in diesem Monat entscheiden. Denn bis Ende März soll Deckwitz bei der Stadt ein Finanzierungsmodell für seine Idee vorlegen, auf dem Hörster Parkplatz ein „Haus der Musik“ zu errichten.

Deckwitz hat die Idee gemeinsam mit den Architekten Hanno Höyng und Sven Berg entwickelt. Danach könnte auf dem städtischen Teil des Parkplatzes ein Kulturzentrum entstehen, in dem Platz wäre für die Musikhochschule der Universität, die städtische Musikschule, Probenräume des städtischen Sinfonieorchesters und einen gemeinsam nutzbaren Konzertsaal. Abgerundet werden könnte das Gebäude durch einen kommerziellen Teil, der aber auch kulturell geprägt sein sollte.

Eine wichtige Rolle bei den Überlegungen spielt auch der Platz rund um die Bushaltestellen am Bült. Von hier aus sollte das Kulturhaus erschlossen werden - mit Hilfe eines großzügigen Durchgangs durch das bestehende Bült-Hochhaus. „Das müsste ein Platz mit hochwertiger Verweilqualität werden“, sagt Höyng.

Wie Höyng und Deckwitz betonen, sei man mit der Idee fast überall auf positives Reaktionen gestoßen - zumindest aber auf große Offenheit. Auch bei der Stadt. Stadtdirektor Hartwig Schultheiß bestätigt das. Es sei sicher „eine gute Idee“. Und deshalb habe die Stadt den geplanten Wettbewerb für den Hörster Parkplatz zunächst noch mal zurückgestellt. Um den Initiatoren Gelegenheit zu geben, ihre Idee auf tatsächliche Realisierungsmöglichkeiten abzuklopfen. Allerdings macht Schultheiß keinen Hehl daraus, dass ihm eigentlich eine Entwicklung des gesamten Geländes (wie im Wettbewerb vorgesehen) lieber sei als nur eine Idee für den städtischen Teil (wie sie Deckwitz vorgelegt hat).

Zu denen, die gesteigertes Interesse an dem Projekt haben, gehören sicher die Kaufleute des Martini-Viertels. „Wir befürworten alles, was Frequenz bringt“, sagt Martin Vieth, Vorsitzender der Kaufmannschaft Hörster Straße & Bült e.V. Von daher sei ein solches Kulturzentrum sicher interessanter als eine reine Wohnbebauung. Und dann nutzt er die Gelegenheit, um klarzumachen, dass ein Haus der Musik möglichst auch ein Haus der Mobilität sein sollte: „Es sollte auf jeden Fall auch eine Tiefgarage mit 300 bis 400 Plätzen erstellt werden.“

Derzeit arbeiten die Initiatoren intensiv an dem Finanzierungsmodell. Für den merkantilen Teil, so betont Deckwitz, „stehen schon Investoren bereit“. Aber das, so meinen Experten, sei vermutlich der einfachste Teil. Denn bei den übrigen Etagen müssten Stadt, Land und Uni mit ins Boot.

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