Improvisieren in Pjöngjang
Münsteraner Uwe Standop wirbt in Nordkorea für die Frauenfußball-WM

Donnerstag, 14.04.2011, 14:04 Uhr

Münster - Es war die letzte, schwierigste und ungewöhnlichste Station nach über 100.000 Kilometern. Der Weg führte Uwe Standop im Auftrag des Deutschen Fußballbundes ( DFB ) auf Werbetour für die Frauen-WM nach Nordkorea .

In jenes kommunistische Land, das als eines der am meisten abgeschotteten der Welt gilt, das mit Hungerkatastrophen, Angriffen auf den Nachbarn Südkorea und seinem Atomprogramm für beängstigende Schlagzeilen sorgt und das durch den beispiellosen Personenkult für den „Ewigen Präsidenten“ Kim Il-Sung und seinen Sohn, den „Geliebten Führer“ Kim Jong-Il, irritiert.

Standop, Geschäftsführer der Fachplanungsagentur Bona Dea Production mit Sitz in Roxel und Anhänger von Borussia Dortmund, war in prominenter Gesellschaft in diesem so unzugänglichen Land: DFB-Präsident Theo Zwanziger und Steffi Jones, ehemalige Nationalspielerin und Präsidentin des WM-Organisationskomitees, gehörten unter anderem zur Delegation, die in der Hauptstadt Pjöngjang empfangen wurde, ebenso Grünen-Chefin Claudia Roth als Mitglied des Auswärtigen Ausschusses.

Verantwortlich war der 48-jährige Münsteraner für die technische Umsetzung der Präsentation. In Nordkorea, so Standop, waren die Voraussetzungen dafür alles andere als ideal. „Die Veranstaltungstechnik war total veraltet, die versprochene und einzige Projektionsleinwand in der Millionenstadt ausgeliehen.“ Nicht zu vergessen der Zensurbeauftragte, der alles vorab einer kritischen Prüfung unterzog. Dank Improvisation und Zugriff auf mitgebrachte Geräte sei es dennoch gelungen, den rund 300 Gästen eine perfekte 75-minütige Mischung aus Einspielfilmen und Bühnenprogramm zu bieten, erzählt der Werbemann durchaus mit Stolz.

Um dann von dem „komischen Gefühl“ zu berichten, das ihn während der Reise begleitete - „so ähnlich wie früher, als man in die DDR fuhr“. Von den Vorabwarnungen davor, dass die Unterkunft - das Gästehaus Kim Jong-Ils - komplett verwanzt sei, von der permanenten Überwachung. „Surreal, schrecklich und deprimierend.“

Dabei war Standop durchaus gewappnet: Bereits im Vorfeld der WM 2006 war er für den DFB tätig, reiste damals mit Franz Beckenbauer - ein Duzfreund - in 31 Länder und sammelte reichlich Erfahrungen.

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