Nachrichten Münster
Ex-Agent Peter Wolter, Gründer der Obdachlosenzeitung „Draußen“, bereut nichts

Samstag, 16.04.2011, 08:04 Uhr

Münster - Eine „richtig große Hausnummer“ war nach Einschätzung von Stasi-Forscher Helmut Müller-Enbergs der aus Münster stammende Agent „IM Pirol“ alias Peter Wolter : „Über Verwandte hatte er unter anderem direkten Zugang zum Verfassungsschutz .“

Wolter, damals „Chef vom Dienst“ bei der Nachrichtenagentur Reuters , Mitte der 1990er Jahre Mitbegründer des münsterischen Obdachlosenmagazins „Draußen“ und heute Redakteur bei der marxistischen Zeitung „Junge Welt“, steht nach wie vor zu seiner Arbeit als IM.

„Ich habe ein reines Gewissen“, so Wolter gegenüber dieser Zeitung. Schließlich habe er sich als Agent „mit allen Kräften dafür eingesetzt, dass es damals nicht zum Krieg kam“.

Wolter, der in Münster studiert hat, war von 1973 bis zum Ende der DDR als Agent für den Auslandsgeheimdienst tätig. „Ich hatte mich freiwillig als Mitarbeiter angeboten“, so Wolter - weil er als überzeugter Kommunist, der er auch heute noch sei, mehr tun wollte, „als nur Flugblätter zu verteilen“.

In den folgenden Jahren spionierte er nach eigenen Angaben unter anderem Verfassungsschutz und Verteidigungsministerium aus. „Nicht mal meine Ehefrau wusste von meiner Tätigkeit“, so Wolter, der 1994 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde.

Bei der „Draußen“ sei Wolters Stasi-Tätigkeit nicht bekannt gewesen, versichert Vereinsvorsitzender Horst Gärtner. Im Übrigen sei die Arbeit der Spitzelorganisation „nur aufs Schärfste zu verurteilen“.

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