Parkour-Sportler
Landen wie ein Hubschrauber

Montag, 04.04.2011, 19:04 Uhr

Münster - Es sieht einfach beeindruckend aus: Kein Hindernis ist zu hoch, kein Sprung zu waghalsig. Parkour-Sportler scheinen die Gesetze der Physik außer Kraft zu setzen, wenn sie aus großen Höhen herabspringen oder Häuser erklimmen. „Das ist aber nicht das wahre Parkour “, erklärt Fabian Schubert . Vielmehr gehe es um die Kunst, sich möglichst effizient fortzubewegen. Diese Kunst stellte der Parkour-Sportler, im Fachjargon auch Traceur genannt, jetzt Interessierten bei einem Workshop vor.

Die Bewegungen der Sportler sollen flüssig und schnell sein, nicht unbedingt spektakulär. „Jeder macht nur das, was er sich selber zutraut, ohne sich dabei zu gefährden“ , sagt Schubert. Man müsse sich der Umgebung anpassen, aber da jeder Mensch sich anders bewege, „gibt es auch keine festgelegten Bewegungsabläufe wie bei anderen Sportarten, beispielsweise Judo oder Basketball“.

Es gehe auch um eine geistige Herausforderung, erfuhren die Teilnehmer. „Man muss seiner Höhenangst begegnen. Es kostet manchmal Überwindung, aber auch die eigenen Grenzen werden immer wieder erreicht und müssen akzeptiert werden“, betont Schubert.

Gleich zu Beginn stehen für die angehenden Traceure einige Sprünge auf dem Programm, wenn auch nur über ein paar Treppenstufen. Wichtig ist die richtige Sprungtechnik. „Man landet auf den Fußballen von oben herab, ähnlich wie ein Hubschrauber “, erklärt Schubert, sonst falle man wegen zu viel Schwung nach vorne.  

Danach geht es auf die stillgelegten Gleise im Hafen: Gleichgewichtsschulung. Es wird balanciert, auf einem Bein gerangelt und sogar auf den Gleisen auf allen Vieren geklettert. „Es geht um den Weg und wie man ihn meistert“, betont Schubert.

Das erkläre auch, warum Sportler jeder Leistungsklasse super zusammen trainieren könnten. „Parkour lernt man nicht aus Büchern, sondern durch Abschauen - und dem vorsichtigen Herantasten an die Sprünge und die damit verbunden eigenen Grenzen“, erklärt der Fachmann.

Hanno Vetter ist einer der Einsteiger, der sich Parkour „einfach mal anschauen“ will. „Ich suche schon ewig nach einem Sport für mich, aber ich bleibe nie lange dabei“, sagt er. Bei Parkour stünden die Chancen gut. „Ich finde es gut, dass man kein Sportgerät braucht, um zu trainieren. Auch die Philosophie, dass es jeder nach seinen eigenen Möglichkeiten ausüben kann, passt zu mir.“

Parkour Münster ist eigentlich aus dem Hochschulsport der Uni entstanden. „Wir sind aber kein Verein, sondern nur eine lose Gruppe“, erklärt Schubert. Trainiert wird jeden Samstag um 15 Uhr. Treffpunkt ist die Uhr vor dem Hauptbahnhof. „Wir werden aber auch jeden ersten Samstag im Monat während der Sommerzeit einen Einsteigerworkshop anbieten“, so Schubert.

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